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Was gibt es Neues rund um die Audi Arena Allgäu Oberstdorf?

am 20.02.2018 von Fidel Joas

Deutsche Jugendmeisterschaften und 6. DSV Jugendcup/Deutschlandpokal Langlauf

GEIGER Langlauf Cup 2017/18 Oberstaufen

Nach den besten Athleten und Athletinnen der Welt sind jetzt die besten Nachwuchstalente aus Deutschland im Langlauf am Start. Bekannte Sportler und Nachwuchstalente zeigen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften sowie dem 6. Deutschlandpokal vom 23.-25.02.2017 ihr Können auf den WM-Strecken im Ried

Während sich alle Augen auf die Olympischen Winterspiele in Südkorea richten, geht das sportliche Leben auch hier im Allgäu weiter. Hochklassig! Wenn in Oberstdorf die deutschen Jugend-Langlaufmeisterschaften stattfinden, werden die besten Langläuferinnen und Langläufer, national und international, an den Start gehen. So lassen es sich z.B. die Olympiastarterinnen Hanna Kolb und Elisabeth Schicho sowie die Weltcup erfahrene Laura Gimmler vom SC Oberstdorf nicht nehmen bei den damen an den Start zu gehen. Bei den Herren wird sich u.a.. Junioren-Weltmeister Jonosch Brugger mit der männlichen Konkurrenz messen. Nach der Tour de Ski das nächste hochklassige Langlaufevent in der Region. Gelaufen wird auf der 2,5 km Weltcup-Strecke im Langlaufstadion Ried/Oberstdorf.

Nicht ganz einfach erscheint die Leseart dieser Rennen, die von 23. bis 25. Februar im Langlaufstadion Ried in Oberstdorf stattfinden, in den Ergebnislisten. Neben den für die Zuschauer offensichtlichen Siegern bei den Damen und Herren finden Wertungen in den Klassen U16, U18 und U20, männlich wie weiblich, statt, die auch Auswirkungen auf die Einstufungen in die verschiedenen Kader zur Folge haben können. Auch zählen diese Rennen zum Deutschlandpokal, der nationalen Nachwuchswettkampfserie des Deutschen Skiverbands. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Mal der Wettergott ein Einsehen hat und die Voraussetzungen besser sind als bei der Tour de Ski.

Zeitplan:

Freitag, 23.Februar
Start 9:00 Uhr: Sprint: 1,2 km, Klassische Technik für alle Altersklassen (U16, U18, Junioren/Senioren)

Samstag, 24 Februar
Start 9:30 Uhr: Klassische Technik, Einzelstart, 7,5-15 km, je nach Klasse

Sonntag, 25 Februar
Start 9:00 Uhr: Skating Technik, Massenstart, 7,5-15 km, je nach Klasse

am 20.02.2018

Mit Spitzenläuferinnen auf die Runde

Copyright: Günther Jansen

Wintersporttag mit prominenter Unterstützung in Oberstdorf

Das Allgäuer Anzeigeblatt und der Skiclub Oberstdorf veranstalteten wieder zusammen mit dem FIS World Snow Day den Nordic Day 2018 – und wie gewohnt strömten die Interessierten in großer Zahl hinaus ins Langlaufstadion im Ried. Von 11 bis 15 Uhr durfte man alles nach Herzenslust ausprobieren, Ski, Schuhe, Stöcke der Firmen Fischer, Atomic, Salomon und Leki ausleihen, an Schnupperkursen der Langlaufschule Oberallgäu teilnehmen, sich die Langlaufbretter von Wachs-Profi Willi Hartmann von Holmenkol präparieren lassen und viele Tipps ergattern oder auch eine große und gemütliche Runde auf Schneeschuhen unternehmen. Zudem durfte man seine Schießkünste wieder an der Laser-Biathlon-Anlage austesten und beim Schnee-Tubing in einem Gummireifen den Hang hinunter sausen.

Schlittenhunde waren ebenso vor Ort und der Nachwuchs konnte sich bei der ASV-Talentiade austoben – durch den Stangenwald, über gerollte Teppiche oder unter Riesenslalomtore hindurch, aber immer mit den Langlaufbrettern unter den Schuhen. Neu beim Nordic Day waren der
„Nordic Fun Run“ und der „WISBI-Sprint“ (Wie schnell bin ich), beides präsentiert von der Sparkasse Allgäu und begleitet von zwei prominenten Langläuferinnen: Evi Sachenbacher-Stehle und Katrin Vallet legten über
eine Distanz von 500 Meter Rundenzeiten vor, an denen man sich messen konnte. Gemeinsam mit Nordic Day-Besuchern begaben sich die beiden zudem auf die Genuss-Runde der Weltcup-Strecke ohne Zeitnahme. Die
Teilnehmer erhielten Urkunden, Medaillen, durften sich Autogramme abholen und mit den ehemaligen Spitzenläuferinnen das eine oder andere Handy-Selfie schießen.

Text: Jansen/Allgäuer Anzeigeblatt 19.02.2018

am 20.02.2018

Kampf um die Nummer eins: Schlägt Johannes Rydzek zurück?

Johannes Rydzek mit seinen mittlerweile sechs Goldmedaillen

Der Oberstdorfer Johannes Rydzek und Frenzel sind das Maß der Dinge und sportliche Rivalen

Johannes Rydzek genehmigte sich einen Schluck aus der Magnum Sektflasche, die zur Feier von Eric Frenzels Olympiasieg im Team der deutschen Kombinierer kreiste. In den Lob-Gesang „Es gibt nur einen Eric Frenzel“ stimmte er aber nicht ein. Verständlicherweise. Zwischen dem Oberstdorfer Rydzek und Frenzel geht es schließlich darum, wer Nummer eins in der Nordischen Kombination ist. Nicht nur innerhalb der Mannschaft, sondern weltweit. Der Sachse Frenzel ist dem Bayern Rydzek seit vergangener Woche wieder zwei Schritte – sprich Olympiasiege – voraus. Schlägt Rydzek nun beim zweiten Wettbewerb zurück?

DieTrainingsergebnisse lassen es erahnen. Frenzel und Rydzek sind zwei Alphatiere in einem Team. Frenzel gewann fünfmal in Serie den Gesamtweltcup, Rydzek krönte sich mit vier Titeln in Lahti zum Rekordweltmeister der Nordischen Kombination. Doch mit jedem Erfolg des anderen wuchs die sportliche Rivalität. Die Probleme der beiden im bisherigen Saisonverlauf schiebt Bundestrainer Hermann Weinbuch auch dem internen Konkurrenzkampf zu. Er betont aber immer wieder, dass es sich um rein sportliche Rivalität handelt. Bei teambildenden Maßnahmen wie zuletzt einem Hüttenabend in Oberstdorf sah man Frenzel und Rydzek gemeinsam nebeneinander die Schlitten nach oben ziehen und miteinander reden. Frenzel bestätigt: „Wir versuchen das gut zu händeln, auch außerhalb des Sports gemeinsam etwas zu machen und miteinander zu reden.“

Text: dpa

am 20.02.2018

Karle Geiger gewinnt Silber

Geiger Karl

In einem spannenden Duell mit Polen gewinnen Karle Geiger, Leyhe, Freitag und Wellinger mit haudünnem Vorsprung Silber

Wenn ihnen das einer vor der Saison gesagt hätte, sie hätte denjenigen für verrückt erklärt. Aber nun war es Fakt. Michael Hayböck vom Team Österreich, mit dem sich die Deutschen seit vielen Jahren heiße Duelle liefern, war gerade gelandet und hatte den undankbaren vierten Rang für Rot-Weiß-Rot gesichert. In diesem Moment hätte Andreas Wellinger auf die Kleinschanze nebenan umziehen und mit einem Sicherheitssprung locker die Olympia-Medaille beim Teamspringen sichern können. Doch das Ziel von Wellinger, der bei diesen Spielen schon Gold und Silber gewonnen hatte, war ein anderes. Er wollte die beiden noch oben stehenden Kamil Stoch (Polen) und Robert Johansson (Norwegen) mit einem weiteren Supersatz unter Druck setzen – auf dass vielleicht doch noch mehr herausspringe als nur die Komplettierung seines Medaillensatzes mit Bronze.

Zwar gelang dem 22-jährigen Überflieger im deutschen Team mit 134 Metern kein so guter Satz mehr, wie im ersten Durchgang, dennoch leuchtete die Eins auf. Und prompt: Kamil Stoch aus Polen zeigte Nerven, bekam vier Punkte weniger als Wellinger und fiel knapp hinter Deutschland zurück.

Nun war er wieder da, der Traum von Gold. Der Traum davon, den Olympiasieg von Sotschi zu wiederholen. Doch Johansson, der wie Wellinger in allen drei Olympia-Bewerben eine Plakette holte, zupfte nicht mal an seinem Bart, blieb nervenstark und setzte mit einem Satz auf 136 Metern ein Ausrufezeichen hinter den Sieg der Skandinavier.

Wellinger war dennoch ebenso geplättet wie die beiden Olympia-Debütanten Karl Geiger und Stephan Leyhe, die sich nicht nur ein Sonderlob von Bundestrainer Werner Schuster abholten („Grandios vor allem, wie sich Karl hier in den letzten Tagen reingefuchst hat.“), sondern wie Freitag ihre erste Olympiamedaille gewannen. Der 26-jährige Sachse,
der seit Sommer in Oberstdorf trainiert, zeigte im Moment seines größten Triumphs Größe und bezog den für Leyhe ausgebooteten Markus Eisenbichler explizit in sein Lob ein, als er sagte: „Wir sind einfach ein geiles Team.“

In Sotschi hatte Freitag noch zuschauen müssen, wie Wellinger, Marinus Kraus, Severin Freund und Andreas Wank überraschend zu Gold gesegelt waren. „Ich weiß, wie sich das anfühlt“, sagte Freitag.

Der Oberstdorfer Karl Geiger, dessen Eltern zum Daumendrücken nach Südkorea gekommen waren, hatte Schuster das Vertrauen zurückgezahlt, das dieser ihm als Startspringer geschenkt hatte. „Ich war zwar nervös, aber ich bin konzentriert geblieben und hab’ zwei gute Sprünge runtergebracht. Ich freue mich riesig über Silber“, jubelte der 25-Jährige, der in Pyeongchang endgültig vom Karle zum Karl gereift ist.

Wellinger schaffte sogar Historisches: Er ist der erste deutsche Springer, der drei Medaillen bei den gleichen Spielen holte. „Ein Traum“, sagte der 22-Jährige, dem Bundestrainer Schuster eine große Zukunft voraussagt, „wenn er vernünftig bleibt.“ Deshalb werde jetzt gefeiert – und nächste Woche wieder trainiert, schließlich sei im Gesamtweltcup noch was drin. „Wie hart eine Olympia-Medaille erarbeitet werden muss, das weiß man erst, wenn man mal keine mehr macht. Fragt nach bei den Österreichern.“

am 20.02.2018

Nachtführung durch die Audi Arena am 22. Februar

Erdinger Arena bei Nacht

Blicken Sie hinter die Kulissen der Audi Arena und genießen Sie eine der exklusiven Nachtführungen mit Blick vom Schanzenturm der Großschanze auf das beleuchtete Oberstdorf bei einem heißen Glühwein oder Punsch.

Blicken Sie hinter die Kulissen der Audi Arena und genießen Sie eine der exklusiven Nachtführungen mit Blick vom Schanzenturm der Großschanze auf das beleuchtete Oberstdorf bei einem heißen Glühwein oder Punsch.

An ausgewählten Terminen (immer Donnerstags bis 01. März 2018) gibt es im Winter 2017/18 wieder die exklusiven Nachtführungen in der Audi Arena. Nach der Auffahrt mit dem Schrägaufzug geht es mit dem Panoramaaufzug auf die Aussichtsplattform der Großschanze, wo sie bei einer Tasse Glühwein oder alkoholfreiem Punsch die wunderbare Aussicht über das beleuchtete Oberstdorf genießen können.

Termine: 22.02.2018, 01.03.2018
Preis: Erwachsene 15,00 €, Kinder 12,00 € (keine Ermäßigung mit Allgäu Walser Card)

Im Preis inbegriffen:
Auffahrt mit dem Schrägaufzug, geführte Schanzenbesichtigung, Glühwein oder alkoholfreier Punsch auf der Aussichtsplattform der Großschanze, Fackel.

Wir freuen uns auf ihren Besuch in der Audi Arena!

am 13.02.2018

Althaus’ Sprung ins Glück

Bild Weltcup Skispringen

Die Oberstdorferin gewinnt Silber in einem anstrengenden Wettkampf

Juliane Strähle kennt Katharina Althaus wie kaum eine andere. Die Physiotherapeutin ist so etwas wie die gute Seele bei den deutschen Skisprung-Frauen. Für jede Art von Feiern, ob Geburtstage oder Top-Ergebnisse im Weltcup, ist sie die Cheforganisatorin. Meist stellt die gebürtige Heilbronnerin dafür ihr Hotelzimmer zur Verfügung. Katharina Althaus, die 21-jährige Oberstdorferin, sei eine, die bei den Zimmerpartys
stets zu den Stimmungskanonen gehöre. Auch in der gestrigen Nacht feierten die deutschen Skispringerinnen wieder eine Sause – nur um etliche Nummern größer – und mit Katharina Althaus im Mittelpunkt.

Die Allgäuerin bestätigte in einer spannenden Konkurrenz ihre diesjährige Topform und gewann hinter der Weltcup-Führenden Maren Lundy aus Norwegen und vor der Japanerin Sara Takanashi die erste deutsche Silbermedaille in Pyeongchang. „Es ist einfach Wahnsinn“, sagte Althaus noch sichtlich bewegt, „als ich das Ergebnis an der Anzeigentafel sah, wusste ich, dass für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen ist: eine olympische Medaille zu gewinnen.“ Althaus hatte beim wichtigsten
Wettkampf der Saison wie ein Uhrwerk funktioniert – und das, obwohl Juliane Strähle untertags eine „ungewöhnlich große Anspannung“ bei der Oberstdorferin bemerkt hatte.

Im ersten Durchgang, der mehrfach wegen wechselnder Winde unterbrochen werden musste, zeigte sie sich nervenstark und schaffte mit 106,5 Meter den weitesten Satz. Die Halbzeitführung aber schnappte sich ihre stärkste Widersacherin im Weltcup, die Norwegerin Lundby, die sich die Butter auch im zweiten Durchgang nicht mehr vom Brot nehmen ließ und mit der Tagesweite von 110 Meter ein Ausrufezeichen hinter ihre Goldmedaille setzte.

Trotz der schwierigen Bedingungen spiegelten die Ergebnislisten nach dem ersten und zweiten Durchgang auf den Top-3-Plätzen exakt die Weltcup-Gesamtwertung wieder. Am wenigsten glücklich wirkte die Japanerin Takanashi, die im mit etwa 2.000 Besuchern spärlich besetzten Stadion die meisten Fans und damit wohl den meisten Druck hatte. Titelverteidigerin Carina Vogt wurde ihrer Rolle als Favoritenschreck diesmal nicht gerecht. Die 26-Jährige vom SC Degenfeld hatte aber das größte Pech, musste sie doch vor ihrem ersten Sprung fast fünf Minuten am Schanzenturm warten. Mit Sprüngen von 97 und 105 Meter wurde sie Fünfte, gratulierte als Erste ihrer Teamkollegin Althaus und zeigte sich als faire Verliererin: „Natürlich freue ich mich am meisten für die Katha. Ich hätte es ihr auch gegönnt, dass sie Maren Lundby noch überholt. Mit 21 Jahren eine Silbermedaille bei Olympischen Spielen zu holen, damit kann man, glaube ich, ganz zufrieden sein.“

Auch Bundestrainer Andreas Bauer strahlte: „Wir sind alle mega stolz. Es stand viel auf dem Spiel“, sagte der Medaillenschmied, der Vogt bei Olympia 2014 und den Weltmeisterschaften 2015 und 2017 zum Triumph geführt hatte. Andreas Wellinger, der am Samstag an gleicher Stätte Gold gewonnen hatte, war gekommen, hatte den Springer-Kolleginnen vor dem Wettkampf im Container viel Spaß gewünscht und hinterher zu den ersten Gratulanten gezählt. „Toll, dass die Jungs da waren“, sagte Althaus und blickte bereits nach vorn. Sie wünsche sich auch bei Olympia künftig einen Team-Wettbewerb für Frauen und eine Mixed-Staffel. „Schade, dass ich hier nicht mehr springen darf. Ich könnt’ grad so weitermachen“, sagte sie grinsend. Althaus zeigte stolz ihre schwarzrot-goldenen Fingernägel, die sie sich vor der Abfahrt an die Schanze aus Langeweile noch lackiert hatte und vergaß nicht, Grüße und ein Dankeschön in die Heimat zu schicken.
Nach einem wahren Interview-Marathon freute sich Althaus auf die Fahrt ins Deutsche Haus: „Jetzt werden wir erst mal g’scheit feiern – mit Bier, so wie man das als Oberallgäuer halt macht“, kündigte Althaus eine zünftige Nacht an. Und Juliane Strähle grinste nur, weil sie wusste, ihr Zimmer wird wieder gebraucht…

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 13.02.2018

am 13.02.2018

Oberstdorfer werden Schülerweltmeister

Siegerehrung Team (2)

Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium holt sich erstmals den Sieg bei den internationalen Wettkämpfen

Sie haben es tatsächlich geschafft. Die Skifahrer des Gertrud-von-le-Fort-Gymnasiums Oberstdorf sind Schülerweltmeister bei den Wettkämpfen in Grenoble geworden. Auf den Olympiastrecken von 1968 setzten sich Felix Urlaub, Jonas Waibel, Sebastian Amman, Max Haußmann und Pirmin Richter bei den Alpinen der Jahrgänge 2000 und 2001 an die Spitze. Vor allem Felix Urlaub vom SC Oberstdorf sorgte bei den ISF School Winter Games für ein dickes Punktekonto. Im Slalom wurde der Oberstdorfer Schülerweltmeister und im Riesenslalom Vize-Schülerweltmeister. Auch Jonas Waibel holte sich einen Podestplatz. Der Hindelanger erreichte im Slalom Bronze.

Angefangen hatten die Wettkämpfe zunächst mit schlechten Nachrichten. Die Wettbewerbe mussten wegen Nebels verlegt und der Teamwettbewerb ersatzlos gestrichen werden. Doch die Jungs vom Gertrud- von-le-Fort-Gymnasium ließen sich nicht irritieren, zeigte schon im Slalom Wettbewerb trotz schlechter Sichtverhältnisse eine hervorragende Mannschaftsleistung. Die hartnäckigsten Konkurrenten von der Ski Akademie aus Schladming (Österreich) konnte das Quintett aus Oberstdorf in der Gesamtwertung abhängen und machten so das Versprechen wahr, dass sie ihren Sponsoren von den Bergbahnen Kleinwalsertal und Sport-Pauli gegeben hatten „Volle Attacke fahren“. Der Jubel war groß, denn die Oberstdorfer hatten zuvor zwar schon Einzeltitel gewonnen, jedoch noch nie den Gesamtsieg geholt. Der war letztmals 2010 nach Deutschland an das Werdenfels-Gymnasium in Garmisch-Partenkirchen gegangen.

Lehrerin Michaela Püls, die gemeinsam mit DSV-Trainer Christoph Kienzl die Gruppe begleitet hatte, ist sehr stolz auf ihre Schüler. „Unser Ziel war ein Podiumsplatz. Als die Jungs im Slalom aber nach dem ersten Lauf die Plätze eins bis drei belegt hatten, hieß die Devise schnell „Sieg“. Toll, dass sie den Vorsprung auf Schladming auf der legendären Piste „L’Olympique Homme“ im Riesenslalom verteidigen konnten.“ Schülerweltmeister Felix Urlaub kommentierte die Rennwoche in Grenoble so: „Das Highlight war für mich die Eröffnungsfeier. Die Wiederentzündung der olympischen Flamme vor mehreren tausend Zuschauern hat sich tatsächlich ein bisschen wie Olympia angefühlt. Bei einem internationalen Rennen einen Titel zu holen, ist etwas ganz besonderes. Auch die Tatsache, dass die Einzelleistung in die Teamwertung einfloss, war außergewöhnlich und hat mich sicher angespornt.“

Text: Elke Wiartalla

am 12.02.2018

Befreundete Rivalinnen

Katharina Althaus gewinnt Nachtspringen 2017

Katharina Althaus und Carina Vogt zählen beim Frauen-Wettbewerb zu den heißen Anwärterinnen auf eine Medaille. Warum nächtliche Spielchen zur Vorbereitung gehören.

Die Nachteulen im deutschen Team wollen heute auf fette Beutejagd gehen. Zwei hübsche junge Frauen wie Katharina Althaus und Carina Vogt als Eulen zu bezeichnen, schickt sich zwar nicht an. Doch erstens passt ihr Lebensstil der letzten Tage am besten zum nachtaktiven Raubvogel, zum anderen haben beide selbst auch immer einen lockeren Spruch auf der Lippe und lieben es, sich selbst oder andere regelmäßig auf den Arm zu nehmen. Die 21-jährige Oberstdorferin Althaus und ihre fünf Jahre ältere
Teamkollegin aus Degenfeld unterscheiden sich charakterlich doch deutlich, ihre Sternzeichen (Althaus Zwilling, Vogt Wassermann) besagen jedoch, dass beide absolut auf derselben Wellenlänge schwimmen und sich blind verstehen. Wenn im Alpensia-Skisprungstadion der erste und gleichzeitig letzte olympische Frauen-Wettkampf dieser Spiele auf der Normalschanze beginnt, können die Trainingspartnerinnen am Stützpunkt Oberstdorf beim Kampf um Gold sogar zu ärgsten Widersacherinnen werden.

Seit ihrem Abflug nach Pyeonchang verbringen Althaus und Vogt fast jede Minute miteinander. Training, Physio, Essen, Teambesprechung – die Wege sind immer dieselben. Da die beiden zusammen mit den zwei weiteren DSV-Starterinnen Juliane Seyfarth aus Ruhla und Ramona Straub (Langenordnach) sowie dem Trainer- und Betreuerteam um Andreas Bauer in der Gemeinschaftsunterkunft in Pyeongchang die achtstündige Zeitumstellung ausklammern und mit speziellen Lampen und Lichtbrillen mit ihrem Biorhythmus im mitteleuropäischen Modus bleiben wollten, halfen Althaus und Vogt aktiv nach: „Unsere Vorhänge sind eigentlich ganz gut, aber wir haben auch so schwarze Mülltüten, die wir drüberhängen, damit es dunkel bleibt“.

Da der Wettkampf erst um kurz vor zehn Uhr abends Ortszeit startet und vermutlich wie bei den Männern bis Mitternacht oder sogar darüber hinaus dauern wird, lautet die Devise: Lange aufbleiben und spät aufstehen. Langeweile kommt nicht auf, dafür sorgen laut Carina Vogt und Katharina Althaus Teamabende mit Gesellschaftsspielen sowie das „Glotzen“ von amerikanischen TV-Serien wie House of Cards und Designated Survivor – beides Polit-Thriller.

Spannung verspricht auch die Konkurrenz auf der Schanze. Die Gesamtweltcup-Führende Maren Lundy, die regelmäßig mit den norwegischen Männern trainiert, und die Japanerin Sara Takanashi, die vor vier Jahren in Sotschi nicht nur an der starken Carina Vogt, sondern auch an ihren eigenen Nerven gescheitert war, zählen zu den Top-Favoriten. Bundestrainer Andreas Bauer machte aber schon vor der Abreise nach Korea deutlich, dass niemand die Rechnung ohne Katharina Althaus machen sollte. Mit acht Podestplätzen bei ebenso vielen Weltcup Wettbewerben war die 21-jährige Allgäuerinnen in diesem Winter bisher die Zuverlässigkeit in Person.

Dass die Norwegerin Lundby in der Favoritenrolle ist, gefällt Althaus. „Ich weiß, dass ich sie schlagen kann. Und ich habe schon gemerkt, dass ich noch Reserven habe. “Bei den zwei Trainingssprüngen auf der Schanze von Pyeongchang, die von der Geometrie her stark der kleinen Schanze am Oberstdorfer Schattenberg ähnelt, belegte sie jeweils Rang drei. Auf den dritten Sprung verzichtete Althaus freiwillig. Sie ist überzeugt, dass ihre Teamkollegin Vogt wieder ihrer Rolle als Favoritenschreck gerecht werden kann: „Sie hat das bisschen Lockerheit mehr als ich. Dennoch will ich ganz vorne mitspringen.“ Bei Vogt deutet vieles darauf hin, dass sie wieder auf den Punkt genau fit sein könnte, so wie 2014 in Sotschi und so wie 2017 in Lahti, als sie ohne vorherigen Sieg im Weltcup kam, die Konkurrenz düpierte – und siegte. Es klingt fast wie eine Drohung, wenn Carina Vogt sagt: „Ich will nur die anderen ein bisschen ärgern. Alles andere muss passieren.“

Allgäuer Anzeigeblatt, 12.02.2018

am 07.02.2018

Mix aus Akribie und Lockerheit

Katharina Althaus

Auf dem Sprung nach Südkorea: Deutsche Wintersportler holen sich in Oberstdorf den letzten Schliff

Glaubt man Trainern und Experten, dann sind die Tage vor einem sportlichen Großereignis – wie jetzt vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang – deutlich wichtiger für einen Athleten als der Wettkampftag selbst. „Die mentale Stärke für den Tag X musst du dir vorher holen“, sagt denn auch Andreas Bauer, der Bundestrainer der deutschen Skisprungfrauen. Und so setzte der 54-jährige Oberstdorfer für seine vier Olympiastarterinnen Carina Vogt, die noch dazu als Titelverteidigerin nach Korea fliegt, Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Ramona Straub noch ein Sondertraining in Oberstdorf an – so wie übrigens auch Hermann Weinbuch mit seinen Nordischen Kombinierern. Vier Tage lang kam dabei noch einmal alles auf den Prüfstand. Ski, Bindung, Sprunganzüge, Helme und Athlet – alles wurde noch einmal einem gründlichen Olympia-Check unterzogen. Auch Sportwissenschaftler vom Leipziger Institut für Angewandte Trainingswissenschaften waren noch einmal mit vor Ort, um anhand von Videoaufnahmen und – per Funk und GPS übertragenen – Daten die Trainingssprünge von der Oberstdorfer Normalschanze millimetergenau zu vermessen – und hinterher mit den Athleten zu analysieren. Für Katharina Althaus, die wegen ihrer acht Podestplätze bei acht Einzelweltcups in dieser Saison mit zu den Medaillenanwärterinnen gehört, steht eines aber auch fest: „An den großen Schrauben wird jetzt nicht mehr gedreht.“ Das würde einem Sportler jetzt nur die nötige Ruhe rauben. Althaus sagt einen Tag vor Abflug: „Mir sind g’richt. Es kann losgehen.“ Die Trainingseinheit in Oberstdorf sei noch einmal enorm wichtig gewesen. An was genau sie noch gebastelt habe und ob sie auf das Angebot zurückgegriffen hat, noch einmal ausführlich mit einem Mentaltrainer über die entscheidendenden Minuten oder Sekunden vor den olympischen Sprüngen zu reden, bleibt ihr Geheimnis. Man müsse ja der Öffentlichkeit und damit der Konkurrenz nicht jedes Detail verraten. Der Allgäuer Zeitung gewährten die deutschen Skispringerinnen allerdings noch einmal einen ganz besonderen Blick hinter die Kulissen. Von A wie Anzugprobe bis Z wie Z’sammpacken durften Fotograf und Reporter bei den letzten Olympia-Vorbereitungen noch einmal dabei sein. Auch ein paar Steinwürfe unterhalb des Schattenberg-Skistadions drehte sich in den letzten Tagen im Olympia-Stützpunkt und im Eislaufzentrum alles um die Winterspiele in Südkorea. Im Fitnessraum „Kraftalp“ trainiert Alpin-Ass Christina Geiger noch vorsichtig mit Gewichten und bangt nach einem Teilabriss des Syndesmosebandes noch um ihre Olympia-Teilnahme. Und auf dem Eis drehte das Eiskunstlauf-Paar Aljona Savchenko und Bruno Massot noch seine letzten Runden, um ihren Traum vom Olympiasieg verwirklichen zu können. Trainer Alexander König meint kurz vor dem Abflug: „Jetzt heißt’s loslassen, locker werden und die Atmosphäre aufsaugen. Im Training war vieles kopfgesteuert, jetzt ist das Herz dran.“

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 07.02.2018

am 07.02.2018

Starter des SC Oberstdorf kehren mit Gold zurück

Junioren Weltmeisterschaft 2018 in Goms /CH

Skispringer Philipp Raimund und Langläuferin Celine Mayer feiern bei der Junioren-Weltmeisterschaft in der Schweiz ihre bislang größten Erfolge

Für Nachwuchs-Skispringer Philipp Raimund war es alles andere als ein gewöhnlicher Schultag, als er das erste Mal seit zwei Wochen sein Klassenzimmer im Oberstdorfer Sportgymnasium wieder betrat. Alles drehte sich um den 17-jährigen Oberallgäuer. Sowohl seine Lehrer als auch seine Mitschüler löcherten ihn mit neugierigen Fragen. „Da gab es schon einen kleinen Rummel um mich“, gesteht Raimund und ergänzt: „Das war etwas Besonderes. Aber es blieb trotzdem alles im Rahmen.“ Und das, obwohl der Elftklässler mit Glückwünschen regelrecht überschüttet wurde. Denn erst zuvor hatte der Nachwuchs-Skispringer vom SC Oberstdorf mit seinen Teamkollegen von der deutschen Nationalmannschaft bei der Nordischen Junioren-Weltmeisterschaft in Kandersteg/Schweiz die Goldmedaille gewonnen. Damit krönte der gebürtige Göppinger eine schier außergewöhnliche Woche mit dem bislang größten Erfolg seiner Karriere. Wirklich fassen kann der 17-Jährige sein Glück aber noch nicht. „Ich habe das noch gar nicht realisiert und fühle mich eigentlich genauso wie davor“, sagt Raimund, der laut eigener Aussage „ohne große Erwartungen“ zur WM in die Schweiz gereist war. Den Moment, in dem feststand, dass er mit seiner Mannschaft die Weltmeisterschaft gewonnen hat, wird der Oberstdorfer freilich noch lange in Erinnerung behalten. „Das war atemberaubend. Ein unglaubliches Gefühl“, erzählt er. „Ich bin unendlich glücklich und gehe jetzt noch selbstbewusster in die kommenden Wettkämpfe.“ Mit dem Continental-Cup in Brotterode/Thüringen steht für Raimund der Nächste in knapp zwei Wochen auf dem Programm. Doch bevor es für ihn wieder auf die Schanze geht, muss der Allgäuer zunächst noch fleißig die Schulbank drücken. Denn jetzt schreibt Raimund, der im Sommer 2019 sein Abitur machen will, eine wichtige Chemie-Klausur. „Natürlich würde ich jetzt gerne schon wieder trainieren. Aber die Schule ist auch wichtig. Lernen gehört eben dazu“, sagt der Oberstdorfer, der bei weitem nicht der einzige Allgäuer ist, der von der Junioren- WM mit Edelmetall zurückgekehrt ist.

Auch Celine Mayer vom SC Oberstdorf holte mit der deutschen Langlauf Staffel Gold. Ähnlich wie Raimund hatte sich die 19-jährige Isnyerin vor dem Wettkampf im schweizerischen Goms keine ernstzunehmenden Hoffnungen auf einen Medaillengewinn gemacht. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Mayer. Die Favoritenrolle hätten im Vorfeld andere Nationen eingenommen. Umso größer war die Freude über den Sieg bei der Allgäuerin, die zum ersten Mal überhaupt bei einer Junioren-WM an den Start gegangen war. „Sich jetzt Weltmeisterin nennen zu dürfen, das klingt ein bisschen unrealistisch“, sagt Mayer. Und dass sie überhaupt an der WM teilnehmen durfte, war lange Zeit alles andere als selbstverständlich. Denn die Saison der 19-Jährigen, die für ihr Training täglich zwischen Isny und Oberstdorf hin und her pendelt, war bisher zum Großteil von Krankheiten geprägt. Ihr volles Potenzial konnte sie somit nur selten unter Beweis stellen, mit einer WM-Nominierung hat sie gar nicht erst gerechnet. Doch entgegen ihrer Erwartungen kam die Berufung in den Mannschafts-Kader. „Und in Goms habe ich dann meine besten Saisonleistungen gezeigt“, freut sich Mayer. Diese Leistungen wolle sie nun im anstehenden Continental-Cup bestätigen und sich in der kommenden Saison für den deutschen B-Kader qualifizieren.

Eine weitere Medaille für den SC Oberstdorf holte Julian Schmid. Der 18-jährige Kombinierer landete im Mannschaftswettbewerb mit Deutschland hinter Österreich auf Rang zwei. „Es waren hier so viele starke Mannschaften dabei. Unglaublich, dass wir am Ende Zweiter geworden sind“, freut sich der Oberallgäuer. Ebenfalls die Silbermedaille gewannen die deutschen Skispringerinnen um Gianina Ernst (19) vom SC Oberstdorf im abschließenden Mixed-Team-Bewerb. Ernst sagt: „Die ganze WM über herrschte eine super Atmosphäre und ich bin sehr stolz darauf, Silber gewonnen zu haben.“

Ergebnisse Starter des SCO bei der Junioren-WM:
Nordische Kombination Männer Team-Wettbewerb (Springen HS106/
4 × 5 km Staffel) 2. Deutschland mit Julian Schmid (SC Oberstdorf).

Langlauf Frauen Einzel 5 km klassisch: 20. Celine Mayer (Isny/SC Oberstdorf); Skiathlon (5 km klassisch, 5 km freie Technik) 14. Celine Mayer, Staffel (4 × 3,3 km): 1. Deutschland mit Celine Mayer.

Skispringen Frauen Einzel HS106: 6. Gianina Ernst (SC Oberstdorf); Mannschaft HS106: 4. Deutschland mit Gianina Ernst (SCO).

Skispringen Männer Einzel HS 206: 9. Philipp Raimund (SC Oberstdorf); Mannschaft HS106: 1. Deutschland mit Philipp Raimund.

Skispringen Mixed HS 106: 2. Deutschland mit Gianina Ernst.