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Was gibt es Neues rund um die Audi Arena Allgäu Oberstdorf?

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am 24.01.2018

Vorfreude auf Bibimbap

Katharina Althaus

Bundestrainer Andreas Bauer bereitet seine Topathletinnen in Oberstdorf auf Olympia in Pyeongchang vor. Das koreanische Nationalgericht gibt’s aber noch nicht so schnell.

Skispringerinnen sind geübt darin, geduldig zu sein. In Training und Wettkampf müssen sie oft warten, sich konzentrieren und Minuten später wieder warten. Abläufe stupide zu wiederholen, gehört zum Tagesgeschäft.
In der Audi Arena war die Tugend Geduld bei den beiden deutschen Top- Skispringerinnen Carina Vogt (25) und Katharina Althaus (21) nicht nur oben am Schanzenturm gefragt, sondern auch im Auslauf der Schattenbergschanzen. Da stehen sie nach dem Spezialtraining im weichen Schnee, nehmen ihren Trainer Andreas Bauer in die Mitte und müssen warten. Darauf, dass der Kameramann sein Okay gibt, dass der Tontechniker sein Wuschel-Mikrofon an einer langen Teleskopstange über ihre Köpfe platziert und dass der Reporter der ARD endlich das Kommando gibt. „Los.“ In diesem Moment ist die gleiche Präzision gefragt wie beim Absprung am Schanzentisch.

„Wir sind be...“ Stopp, schreit plötzlich einer, noch mal. Dass er den falschen Knopf drückte, wird schmunzelnd hingenommen. Also von vorn. Wie im Chor, aber ohne 1-2-3, sagen Althaus, Bauer und Vogt den Satz noch einmal auf: „Wir – sind – bereit – für – Pyeongchang.“ Schön parallel – und mit einer Punktlandung bei der Silbe -chang. Die Aufnahme sitzt. Weil zwei weiteren Kollegen vom Radio aber in den Kopf schießt, sie könnten für ihre Olympia-Vorberichterstattung doch auch noch gut so einen Aufsager brauchen, wird Bauer und seine Mädels noch einmal Geduld abverlangt – und dieser eher spekulative Satz mit „Wir sind bereit“.

Es ist Medientag des Deutschen Skiverbandes – drei Wochen, bevor es im südkoreanischen Pyeongchang um die olympische Einzelmedaille im Frauenskispringen geht. Genau genommen müssten sie den Satz abwandeln in „Wir machen uns bereit für Pyeongchang“. Denn in Oberstdorf bestreiten Trainer- und Betreuerstab zusammen mit den beiden Top-Athletinnen ein Spezialtraining vor dem Saisonhöhepunkt in Korea. Am Material wird ebenso gefeilt wie am Sprungstil, drei Experten des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) aus Leipzig erfassen alle relevanten Daten bei Anlauf, Absprung sowie in der Flugphase – und werten sie abends zusammen mit den Athletinnen aus. „Wir überlassen nichts dem Zufall“, sagt Bauer, „die Zahlen liefern im Idealfall den Beweis, dass nicht nur das Gefühl für den richtigen Sprung passt.“

Neben den Einheiten an der Normalschanze von Oberstdorf, die laut Bauer – was die Geometrie betrifft – fast 1:1 mit der Olympiaanlage in Korea vergleichbar sei, stehen im Allgäu auch noch Gespräche mit einer Ernährungsberaterin und einem Sportpsychologen auf dem Programm.
Nachträglich stießen die beiden ebenfalls nominierten Ramona Straub (Langenordnach) und Juliane Seyfarth (Ruhla) zum Team. Die Oberstdorferin Gianina Ernst, die vor vier Jahren als jüngste Athletin nach Sotschi durfte, muss diesmal zuschauen. Sie erfüllte zwar die DOSB-Norm, nicht aber die strengere Vorgabe des Skiverbandes mit zwei Top-8-Plätzen im Weltcup. Olympiasiegerin Carina Vogt wirkt locker wie selten zuvor. „Ich muss in Pyeongchang nichts hinterherlaufen. Ich hab’ mir meinen Traum schon erfüllt.“ Die Degenfelderin, die bei Großereignissen in den letzten Jahren stets ihre Bestleistungen abrufen konnte, will sich „nur wieder in die Position bringen, dass ich die anderen ärgern kann. Alles andere passiert.“ Ähnlich sieht es Katharina Althaus, die in dieser Saison konstant aufs Podest sprang und sich mit der Norwegerin Maren Lundby lange einen erbitterten Zweikampf an der Weltcup-Spitze lieferte. „Ich freu’ mich drauf, wenn’s losgeht und wenn ich zeigen kann, was ich kann.“ Das Olympia-Trainingslager und der Verzicht auf die Weltcups in Japan, bei der Lundby der Oberstdorferin 260 Punkte enteilt ist, sieht Althaus dennoch positiv: „Daheim runterfahren ist immer gut. Und das Training hier war enorm wichtig.“ Jetzt freue sie sich aber darauf, wenn es am Wochenende in Ljubno (Slowenien) und eine Woche später in Österreich (für den in Hinzenbach abgesagten Wettbewerb steigen eventuell Seefeld oder Villach ein) im Wettkampf-Rhythmus weitergehe, ehe das Team am 6. Februar in den Flieger steige. Pyeongchang, das sie bei einem Trainingslager im Oktober letzten Jahres schon einmal kennengelernt hat, gefällt ihr. Angetan war sie da vor allem vom Bibimbap, einem Reisgericht mit Fleisch
und viel Gemüse. „Das ist mega-gesund und schmeckt genial“, weiß Althaus. Doch auf koreanische Küche muss sie in der ersten Olympia-Woche erst einmal verzichten. Der Deutsche Skiverband hat außerhalb des Athletendorfes eine Unterkunft nahe der Skisprungschanze gebucht – und dafür gleich noch einen deutschen Koch engagiert ...

Allgäuer Anzeigeblatt, 24.01.2018

am 21.01.2018

Favorit Norwegen holt sich Team-Gold

Skiflug WM Team - Weltmeister Norwegen

Daniel Andre Tande wird Doppelweltmeister - Deutschland auf dem undankbaren vierten Rang

Die DSV-Adler mussten sich beim Team-Wettbewerb der Skiflug Weltmeisterschaft mit dem vierten Platz zufrieden geben. Für eine Medaille hat es um 10,9 Punkte und knappe zehn Meter den vier deutschen Springern Richard Freitag, Andreas Wellinger, Markus Eisenbichler und Stefan Leyhe nicht gereicht. Das DSV-Quartett musste sich an der Heini-Klopfer-Schanze dem Titelverteidiger Norwegen, aber auch den Slowenen und den Polen geschlagen geben.
Andreas Wellinger, der im ersten Durchgang mit einem Superflug auf 226,0 Meter große Hoffnungen auf eine Medaille weckte, war am Ende besonders enttäuscht: „Wenn nur jeder einen Meter in jedem Durchgang weiter gesprungen wäre, würde das anders aussehen."
Markus Eisenbichler und Stefan Leyhe haderten mit ihren Leistungen vor allem im zweiten Durchgang. Richard Freitag zeigte zwei solide Sprünge, konnte es am Ende aber auch nicht herausreißen. So platzte erneut der Traum von Bundestrainer Werner Schuster, der sich gewünscht hatte, mit den deutschen Adlern endlich einmal sowohl im Einzel als auch im Team eine Medaille zu holen.

am 21.01.2018

Stimmen nach dem Teamwettbewerb

Skiflug WM Team - Weltmeister Norwegen

Zwei spannende Durchgänge - Tande gewinnt mit Norwegen erneut Gold - Slowenen und Polen folgen auf Platz 2 und 3

Daniel Andre Tande (Team Norwegen, Weltmeister): „Heute war ich extrem nervös vor dem letzten Sprung, ganz schrecklich. Der Druck war groß. Wir hatten zwei neue im Team, die wir nicht einschätzen konnten. Dass wir es geschafft haben,  ist riesig.
Wir waren Favoriten, aber uns wurde nichts geschenkt. Skispringen ist so technisch, da kann von einer auf die andere Sekunde immer was passieren. Heute sind wir alle vier auf einem sehr hohen Niveau gesprungen. Die vier Tage hier haben mich müde gemacht, aber nicht gestresst. Ich hole meine Energie, wo ich kann und setzte sie ein, wo nötig. Ich würde alles genauso nochmal machen, weil es riesigen Spaß gemacht hat.“

Domen Prevc (Team Slowenien, Silbermedaille): „Ich bin nicht gestresst, weil mein Bruder Peter den Stress von mir fern gehalten hat. Unsere Leistung heute ist ein großer Schritt nach vorn. Jetzt hoffen wir das Beste für die Olympischen Spiele. Für mich lief es zu Beginn der Saison noch nicht so gut. Ich weiß ehrlich nicht, warum es heute so gut ging. Ich kam aus dem Probedurchgang gut raus und danach ging alles leicht und einfach."

Pjotr Zyla (Team Polen, Bronzemedaille): „Ich bin sehr glücklich über Bronze, die erste Medaille im Team-Skifliegen überhaupt. Dadurch, dass Kamil Stoch gestern Silber gewonnen hat, war der Druck bei uns nicht mehr so groß. Wie immer, wenn jemand aus dem Team gut ist. Kamil ist überhaupt ein toller Typ für den Team-Spirit und kann großartig Motivation vermitteln. Über die polnischen Fans bin ich sehr glücklich, egal ob sie hier an der Schanze waren oder das Ganze im TV verfolgt haben.
Für die Olympischen Spielen sieht alles nochmal ganz anders aus. Das ist ein anderer Wettkampf, eine andere Schanze. Aber wir sind ein starkes Team, das wissen wir.
Zum Feiern wird nicht viel Zeit bleiben. Es steht noch der Heimweltcup in Zakopane an, für den man sich nochmal besonders vorbereitet.“

Stimmen der DSV-Athleten nach dem 4. Platz:

Markus Eisenbichler: „Klar wissen wir, dass die Slowenen gut Skifliegen können. Wir waren als Team einfach schlechter. Ich habe meinen ersten Flug vergeigt. Der zweite war okay.

Stefan Leyhe: „Der erste Sprung war ganz okay. Im zweiten hatte ich den schlechtesten Wind von allen, aber trotzdem muss man besser springen.“

Andreas Wellinger: „Wegen neun Metern haben wir eine Medaille verpasst. Die Enttäuschung ist extrem groß. Wenn jeder in jedem Durchgang einen Meter weiter gesprungen wäre, hätte es schon gereicht. Aber es gibt ja noch ein paar Highlights in dieser Saison. Jetzt stehen erstmal Zakopane und Willingen an, anschließend die Olympischen Spiele. Schauen wir mal, was drin ist.“

Richard Freitag: „Wir haben halt heute den Schritt aufs Podium leider nicht geschafft. Das ist auf der einen Seite ärgerlich, auf der anderen Seite steckt es zum Weiterarbeiten an. Auch wenn wir jetzt ein bisschen betröbbelt herumlaufen, wir sind da immer relativ schnell wieder oben auf. 
Es war ein geniales Wochenende. Sie haben sich hier alle Mühe gegeben, selbst die Zuschauer, das muss man auch mal erwähnen. Medaille hin oder her, aber diese Momente sind Wahnsinn, dass wir so zusammenkommen können und trotzdem was zum Feiern haben."

am 21.01.2018

Weitere Stimmen nach dem Teamwettkampf

Skiflug WM Team - Simon Ammann

Bundestrainer Schuster nimmt Stellung nach Teamfliegen - Stefan Kraft hofft auf die zweite Saisonhälfte - Simon Ammann ist glücklich

Werner Schuster (DSV-Bundestrainer): „Natürlich ist Platz vier in einem solch starken Feld immer noch sehr gut. Es war klar, dass es ein sehr zähes Ringen um die Medaillen wird, und dass Norwegen schwer zu schlagen sein wird. Die Chance auf Silber war da, da hätten wir nur in der Breite noch konstanter springen müssen. Wir hatten gar keinen so schlechten Wettkampf aber es nicht gereicht. Die Konkurrenten haben sich auch extrem am Riemen gerissen.
Insgesamt war es für uns keine schlechte Skiflug-WM. Wir haben eine Medaille gewonnen, das ist gut und war nicht so einfach. Richard Freitag hatte ein hervorragendes Comeback. Die Sprünge von Stephan Leyhe und Markus Eisenbichler, die normalerweise wirklich gute Flieger sind, waren einfach nicht so konstant. Stefan ist etwas unter Wert herausgekommen, sein zweiter Sprung war nicht so schlecht, aber er hatte extrem schwierige Verhältnisse. Es hätte breitere Spitzenleistungen von allen gebraucht, es waren nur punktuell super Leistungen dabei und da waren wir einfach knapp hinten."

Stefan Kraft (Team Österreich, Platz 5): „Wenn man einfach zu viel denkt, dann tut man sich nicht leicht. Wir arbeiten sehr fest daran, wir probieren sehr viel. Skispringen, da braucht man Leichtigkeit, und Spaß. Im Moment macht es natürlich nicht sehr viel Spaß, wenn man sehr viel arbeitet weil man Schritt für Schritt näher kommen will, aber vielleicht gibt es ja für uns die Früchte dann in der zweiten Saisonhälfte. 
Heinz Kuttin ist seit knapp vier Jahren unser Trainer. Er macht das sehr gut. Im Moment ist halt einfach einmal der Hund drin, es läuft nicht, was soll man machen. Wir werden zusammen stehen, wir werden kämpfen und vielleicht können wir heuer ja noch einmal zurückschlagen. Für Olympia sind wir jetzt in einer tollen Ausgangslage, denn die Favoriten sind sicher die anderen. Wir werden uns jetzt die zwei Wochen noch voll reinhauen in aller Hinsicht, Sprungtechnisch, körperlich, und mit dem Material; wir werden alles noch mal tunen und dann sind wir hoffentlich perfekt vorbereitet."

Simon Ammann (Team Schweiz, Platz 6 vor Russland und Finnland): „Solch eine guten Platz haben wir schon lange nicht mehr erreicht. Die jüngeren Athleten mussten sehr hart arbeiten und über ihren Schatten springen, um dieses Ergebnis zu erreichen. Darüber freue ich mich. Auch hatte ich mit 216 Meter einen der weitesten Sprünge in meiner Gruppe.
Im Einzel ist es gemischt gelaufen. Es ist halt nicht jeder Tag wie der andere."

am 21.01.2018

Holt Tande sich heute sein zweites WM-Gold?

Skiflug-Weltmeister - Daniel Andre Tande

Daniel Andre Tande kann sich heute zum König von Oberstdorf krönen

Nach seinem Einzeltitel am gestrigen Samstag kann sich der Norweger drei Tage vor seinem 24. Geburtstag das größte Geschenk selbst machen.
 
Beim Teamwettbewerb der 25. Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf zählt Tande mit seinen Mannschaftskollegen Robert Johansson, Andreas Stjernen und Johann Andre Forfang zum engsten Favoritenkreis für WM-Gold.
Um die weiteren Medaillen werden sich vermutlich Gastgeber Deutschland, Polen, Österreich und Slowenien einen erbitterten Vierfach-Kampf liefern.
 
Für Deutschland starten Andreas Wellinger (SC Ruhpolding), Stephan Leye (SC Willingen), Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf) und Bronze-Medaillengewinner Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue).    

Der erste Durchgang im Teamwettbewerb startet um 16.00 Uhr.

am 20.01.2018

Tande hochverdienter Skiflug Weltmeister

Siegerehrung Skiflug WM

Der Norweger, der am Donnerstag in der Qualifikation bereits einen neuen Schanzenrekord flog, war nach drei Durchgänge ganz vorn

Nach dem wetterbedingten Abbruch des finalen Wertungsdurchgangs fiel die ganze Last von Daniel Andre Tande. Der Norweger, der in vier Tagen 24 Jahre alt wird, konnte die Tränen nicht zurück halten. Nach einem neuen Schanzenrekord  (238,5 m) in der Qualifikation und drei hervorragenden Flügen holte sich der 23-jährige Norweger hochverdient die Goldmedaille der Skiflug Weltmeisterschaft 2018. Mit einem Flug auf 200,0 Meter lag Tande am zweiten Wettkampftag dank seines großen Vorsprungs vor dem Polen Kamil Stoch. Der Vierschanzentournee-Sieger hatte sich im dritten Versuch mit dem weitesten Flug auf 211,5 Metern noch am Deutschen Richard Freitag vorbeigeschoben. Der 26-jährige Sachse hatte in seinen Flug einen kleinen Fehler eingebaut und zudem ein wenig schlechteren Wind als die Konkurrenten. Mit 190,5 Metern reichte es am Ende für den dritten Platz. Die 25 000 Zuschauer im ausverkauften Stadion bejubelten die Bronzemedaille von Freitag, ließen aber auch den norwegischen Goldmedaillen-Gewinner hochleben.

Morgen greifen die deutschen Skiflieger nochmal an. Im Teamwettbewerb geht es ab um 16.00 Uhr gegen die starken Mannschaften aus Norwegen und Polen. Weiter kämpfen Österreich, Slowenien, Finnland, Schweiz und Russland um die Platzierungen.

am 20.01.2018

Stimmen nach dem Einzelwettkampf

Auf dem Weg zur Flowerceremony

Die Medaillengewinner freuen sich über drei erfolgreiche Wettbewerbe - Bundestrainer Schuster zeigt sich hochzufrieden und blickt zuversichtlich auf das Teamfliegen

Daniel Andre Tande (Norwegen, Skiflug Weltmeister 2018): „Das war ein absolut perfektes Wochenende, seit dem ersten Flug. Es geht fast automatisch. Ich hoffe, dass das Springen und Fliegen in den nächsten Tagen und Wochen so bleibt. Es ist schlecht zu beschreiben, was einem an Emotionen so durch den Körper strömt. Da brauchst du ein paar Minuten. Morgen können wir hoffentlich unseren Titel vom Kulm im Team verteidigen. Aber die Deutschen und die Polen werden uns einen harten Kampf liefern. Das wird ein starker Wettkampf.“

Kamil Stoch (Polen, Silbermedaille): „Ich bin sehr glücklich, denn jeder Platz auf dem Podest ist ein guter, vor allem, wenn man weiß, dass man einen guten Sprung gemacht hat. Aber Daniel war hier seit Donnerstag einfach unglaublich. Ich bin sehr glücklich und meinem Team sehr dankbar für die ganze Arbeit. Nach der Vierschanzentournee war ich ein wenig müde und am Kulm bin ich auch nicht besonders gut mit dem Profil der Schanze zurecht gekommen. Hier in Oberstdorf habe ich alles gegeben und das ist ganz einfach mein Geheimnis.“

Richard Freitag (Deutschland, Bronzemedaille): „Ich muss ganz ehrlich sagen, ich muss das jetzt erst einmal verarbeiten. Das war jetzt eine komische Situation da oben, wenn du hochfährst, dich auf den Sprung vorbereitest und dann wird abgebrochen und sie sagen, du hast eine Medaille. Dann sagst du okay, die nehme ich mal, Ich hab's noch nicht so drin, aber es ist unglaublich, wenn ich jetzt so ein bisschen darüber nachdenke, was jetzt mit den paar Flügen passiert ist.
Nachdem sich die Situation in der Saison so gestaltet hat, habe ich schon mit einer Medaille auch im Skifliegen geliebäugelt. Und dann kriegst du in Innsbruck so einen auf den Deckel. Hier in Oberstdorf lief es seit Mittwoch  gut. Das zeigt eigentlich auch, dass nicht der Moment der größte ist wo du die Medaille hast, sondern die ganze Arbeit vorher.
Den neuen Helm nutzte ich nicht, denn Darth Vader ist nicht so mein Stil. Mir war die Zeit zu kurz, mich drauf einzulassen.
Im Team morgen werden wir um eine Medaille kämpfen. Die Polen haben sich insgesamt gut sortiert, die Norweger sind unglaublich stark. Das wird ein heißes Rennen.“

Werner Schuster DSV-Bundestrainer: „Ich freue mich riesig für Richard. Er hat sich selber und auch uns überrascht. Er hat so viele Höhen und Tiefen erlebt und soll das jetzt erstmal genießen. Dieser dritte Platz ist extrem wertvoll, wenn man sich vorstellt, dass er quasi aus dem Bett heraus oder vom Massagetisch herunter wieder zurückgekommen ist.
Da es beim Sturz zu keinen strukturellen Verletzungen kam, hat er es mit physiotherapeutischen Behandlungen gut hingekriegt. Er hat immer sein Training gemacht und das Vertrauen in sich selber bewahrt, auch ohne zu springen gut zu sein. Die Qualität bei Richard Freitag stimmt einfach.
Im dritten Sprung hat er einen kleinen Fehler gemacht und ist trotzdem noch so topp gesprungen. Er hatte alle Trümpfe in der Hand gehabt für einen vierten Sprung, aber die Jury hat ja gar keine andere Entscheidung treffen können als abzubrechen.
Bis jetzt war es immer so, dass wir entweder im Einzel oder im Teamwettbewerb eine Medaille gewonnen haben. Jetzt wäre es mal an der Zeit, dass wir endlich mal in beiden Wettbewerben dabei sind. Ich habe noch keine Ahnung, wen und in welcher Reihenfolge wir aufstellen. Jetzt genießen wir erstmal die Siegerehrung."

am 20.01.2018

Weitere Stimmen nach dem Einzelwettkampf

Skiflug WM 3. Durchgang

Stefan Kraft, Peter Prevc und Andreas Wellinger sind begeistert von der genialen Atmosphäre an der Heini-Klopfer-Skiflugschanze

Stefan Kraft (Österreich, 4. Platz): „Bei der WM ist ein vierter Platz immer ein bisschen bitter, aber ich bin trotzdem nicht ganz unzufrieden. Ich habe alles probiert, es waren gute Sprünge. Der erste Durchgang hat mir heute sehr gut getaugt. Weiter unten habe ich mich gewundert, warum der nicht über 220 Meter geht, denn er hat sich für mich recht gut angefühlt. Die anderen drei waren einfach besser.
In Bezug auf die Teamwertung morgen ist es natürlich ganz klar, dass wir ein kleines Wunder brauchen, um eine Medaille zu gewinnen. Aber wir geben nicht auf. Wir werden uns super vorbereiten, wir werden alles daran setzen.
Die Atmosphäre hier in Oberstdorf ist einfach genial mit den vielen Fans. Das Stadion hier in Oberstdorf ist einfach super, wenn der DJ seine Musik spielt macht jeder mit, das kriegen wir auch da oben mit - so stellt man sich eine Weltmeisterschaft vor."

Peter Prevc (Slowenien, 6. Platz): „Das ist nicht die erste Weltmeisterschaft, wo uns einige Flüge fehlen. Um ehrlich zu sein, war ich noch nie bei einer Flugweltmeisterschaft, bei der alle vier Sprünge für das finale Ergebnis gezählt haben. Es ist wirklich sehr schade, wenn wir nicht fliegen dürfen. Aber das ist eben das Wetter, und auch ich habe noch nicht den Knopf gefunden, mit dem man den Wind ausschaltet.
Ich mag diese großartige Atmosphäre hier an der Schanze. Es ist toll. Es gibt einem wirklich noch mehr das Gefühl, bei einer großartigen Veranstaltung und einem tollen Wettkampf zu sein. Ob du es willst oder nicht, aber mit einer Atmosphäre wie dieser konzentrierst du dich noch mehr auf deinen Wettkampf.
Für morgen freuen wir uns sehr auf den Team-Wettbewerb. Wir sind gespannt und hoffen auf gute Flüge."

Andreas Wellinger (Deutschland, 7. Platz): „Ich glaube, es wäre kaum möglich gewesen hier noch mehr runterzubringen. Mein dritter Flug heute war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Das Warten war nicht so gut. Wir hätten alle gerne noch einen Flug gemacht.
Die Atmosphäre ist einfach fantastisch. Es ist geil, wenn man da oben sitzt und einer fliegt, und man hört an der Reaktion der Fans, wie weit es war. Die Stimmung und Atmosphäre ist einfach der Wahnsinn, und ich hoffe das es morgen richtig laut wird, wenn wir mit vier starken Deutschen antreten. Ich versuche den Sprung von heute mitzunehmen und morgen darauf aufzubauen, um richtig ins Gefühl fürs Fliegen zu kommen.
Es macht so viel Spaß, da oben zu stehen, diese Kulisse zu sehen und dann hier rein zu fliegen! Da kann ich nur sagen: gut dass alle da sind, uns anfeuern und die Bilder in die Welt raus schicken."

am 20.01.2018

Backstage-Touren sind der Renner

Backstage Tour

Blicken Sie hinter die Kulissen der Skiflug WM 2018 und sehen die Top-Athleten in Aktion

Exklusive Backstage-Touren werden während der Skiflug WM für die Besucher angeboten. Für die Zuschauer eröffnet sich bei dem 45-minütigen Rundgang ein Blick hinter die Kulissen einer großen Sportveranstaltung. Sie gelangen in Bereiche, die sonst nur den Athleten, Medien und Funktionären offen stehen.

Koordiniert werden die Touren vom Sportwart Nordisch im Skiclub Oberstdorf, Michael Rydzek, der mehr als ein Dutzend ehrenamtlicher Guides auf die Strecke schickt. „Die Backstage-Touren sind ein absoluter Renner“, freut sich Rydzek, dass auf diese Weise die Kasse des Vereins zugunsten des sportlichen Nachwuchses aufgefüllt wird.

am 20.01.2018

Heute wird es richtig eng im Stadion

Skiflug WM Samstag

Helfer bereiten alles vor auf das große Finale im Einzelwettbewerb

Noch sind viele Helfer dabei, das große Finale im Einzelwettkampf der Skiflug-WM vorzubereiten. Mit Laubbläsern werden die Sitzplätze vom Schnee befreit, in den Verpflegungshütten für heiße Getränke gesorgt und das Tretkommando richtet den Auslauf her für den zweiten Wettkampftag, der um 15:00 mit dem Probedurchgang beginnt.

Um 12:00 Uhr ist Stadioneinlass, für die 25 000 Zuschauer die heute an das seit Wochen ausverkaufte Stadion strömen. Ab 16:00 Uhr wird sich entscheiden, ob Daniel Andre Tande als Führender der gestrigen zwei Wertungsflüge, seiner Favoritenrolle gerecht wird. Richard Freitag wird auf alle Fälle versuchen, sein Versprechen wahr zu machen, das der Devise folgt: „Ruhig weitermachen, genießen und alles geben, um ganz weit vorn zu landen.“

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