am 17.02.2019

Stimmen nach dem zweiten Wettkampftag

Juliane Seyfahrt (WSV 07 Ruhla)

Maren Lundby - Tolles Wetter, tolle Kulisse, einfach perfekt

Maren Lundby (1. Platz; Norwegen): „Ich hatte ein paar tolle Wochen. Hier in Oberstdorf ist ein so tolles Wetter, eine tolle Kulisse, einfach perfekt.
Das war wieder ein erstaunlicher Tag für mich. Mir sind auf dieser wirklich tollen Schanze zwei richtig gute Sprünge gelungen. Das macht mich richtig happy. Und ja, ich bin in einer richtig guten Form so kurz vor der WM. Es tut mir echt ein bisschen leid, dass ich hier zweimal den Partycrasher gemacht habe. Das waren zwei extrem knappe Wettbewerbe. Katharina hat mir zu Saisonbeginn den Sieg in Lillehammer weggeschnappt und jetzt habe ich eben hier in Oberstdorf gewonnen. Das ist ein enger Fight zwischen uns beiden. Da muss ich echt aufpassen.
Ich bin noch nie auf der kleinen Schanze von Seefeld gesprungen, das wird sicher eine neue Erfahrung für mich. Und trotzdem fühle ich mich bereit, dort anzugreifen. Wenn ich ehrlich bin, springe ich lieber auf Großschanzen, aber die Seefelder Kleinschanze gehört eher zu den größeren, das könnte mir entgegenkommen.“

Juliane Seyfarth (2. Platz, WSV Ruhla 07): „Es hat hier mega viel Spaß gemacht. Ich mag es viel lieber, von der Großschanze zu springen. Ich bin eigentlich gar nicht so überrascht über diese Top-Platzierung, denn ich habe es heute geschafft, dass ich die Korrekturen der Trainer umgesetzt und es deutlich besser gemacht habe als gestern. Meine Sprünge am Samstag bei Rückenwind waren mit zu wenig Wirkung und mit zu wenig Höhe. Das habe ich heute viel besser gemacht. Es war heute wirklich ein Traum zu springen, ein Lob an alle, die die Schanze so toll hergerichtet haben.
Selbstläufer sind meine Sprünge noch nicht, ich muss mich auf jeden einzelnen konzentrieren. Ich hab auch vor jedem Sprung auch mein Wettkampf-Kribbeln wieder und muss den Sprung von Neuem gut ansteuern. Ich glaube, wir können ganz entspannt an die WM rangehen.
Wir haben den Team-Wettbewerb als Einstieg in die WM und freuen uns alle darauf und haben alle viel Spaß beim Springen. Da kann nicht viel schiefgehen.“

Sara Takanashi (3. Platz, Japan):
„Für mein Level, das ich momentan springe, bin ich sehr froh, überhaupt auf dem Podest zu stehen. Von daher ist das Resultat gut für mich. Ich sehe, dass es rechtzeitig vor der WM aufwärts geht. Ich habe ja in dieser Saison bei Null angefangen, deshalb schaue ich momentan nicht nur auf die Ergebnisse. Aber es ist ja klar, dass ich bei der WM mein Bestes geben will. Maren Lundby scheint wirklich unschlagbar, aber auch die anderen Springerinnen, wie Katharina Althaus oder Juliane Seyfarth, sind ihr sehr nahe gekommen. Das heißt, es ist schon möglich, sie zu bezwingen.“ *

Carina Vogt (Platz 7, SC Degenfeld):
„Die Ergebnisse sind ganz okay. Zufrieden bin ich trotzdem nicht, weil ich in keinem Wettkampf-Sprung das gezeigt habe, wie ich letzte Woche im Training hier gesprungen bin. Das ist irgendwie schon ärgerlich. Kann es momentan aber nicht ändern. Ich schaue halt, dass ich es in der kommenden Woche hier bei den letzten Trainingseinheiten vor der WM über die Anzahl der Sprünge wieder hinbekomme.
Weiß nicht, warum es nicht geklappt. Vielleicht liegt es daran, dass ich körperlich nicht ganz so fit bin wie am Mittwoch. War am Tisch eigentlich bei jedem Sprung so spät. Viele glauben grad zu wissen, dass ich zu viel will. Wenn das so den Eindruck erweckt, dann nehme ich das so an. Ich selbst habe das Gefühl nicht, weil ich ja schon gezeigt habe, dass ich es auch im Wettkampf hinbekomme und aufs Podest gesprungen bin.
Klar, letztendlich wäre es mir schon lieber, wenn ich auch jedes Mal da ganz vorne wäre, aber rein mannschaftlich freue ich mich riesig auf diese WM, die mit dem Team-Wettbewerb für uns los geht. Ich weiß, dass ich ein gutes Team um mich rumhabe und wir um eine Medaille springen. Und dann hoffe ich, dass irgendwie eine WM-Stimmung aufkommt und ich in einen Flow komme.“

Ramona Straub (13. Platz, SV Langenordnach): „Gestern war es sehr schade, dass mir 21,7 Windpunkte abgezogen wurden. Das konnte ich nicht mehr aufholen. Im Zweiten hatte ich weniger Probleme mit der Höhe. So einen Sprung könnte ich ausfliegen, wenn der Ski bei mir bleibt. Das hat er aber nicht getan. Im Ganzen bin ich froh, dass ich in dieser Saison so zurückgekommen bin. Das war ja nicht von vorn herein klar. Oberstdorf und die Atmosphäre hier sind cool. Das ist meine zweite Heimat, ich habe hier drei Jahre gewohnt, wir trainieren hier oft und man kennt sich einfach aus. Vor so einer Kulisse wie heute zu springen, das würde man sich immer wünschen. Jetzt bin ich gespannt auf Seefeld, ich kann das noch nicht einschätzen.“

DSV-Bundestrainer Andreas Bauer: „Gegen Maren Lundby ist im Moment kein Kraut gewachsen. Wir haben alles probiert und einen tollen Sport gezeigt. Gerade Juliane Seyfarth hat hier zwei tollen Sprünge gemacht. Bei der WM springen unsere Mädchen um die Medaillen mit. Mit Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Carina Vogt haben wir drei Eisen im Feuer. Hoffen wir, dass einer der Joker sticht. Neben Ramona Straub werden wir wohl noch Anna Rupprecht mitnehmen. Sie hat sich mit fünf Platzierungen gegen Svenja Würth durchgesetzt.“