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Was gibt es Neues rund um die Audi Arena Allgäu Oberstdorf?

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am 19.03.2019

Katharina Althaus springt bei Raw Air auf Podest

Katharina Althaus (GER)

Platz zwei bei erster Austragung für Damen für die Oberstdorferin. Nordische Kombinierer durchwachsen beim Weltcup Finale in Schonach.

Oslo, Lillehammer und Trondheim: drei Orte, drei Schanzen, eine Gesamtwertung. Bei der erstmals auch für die Skisprung-Damen ausgetragenen Raw-Air Tour konnte sich Katharina Althaus mit konstanten Leistungen in allen Springen am Ende Platz zwei hinter Maren Lundby aus Norwegen und noch vor ihrer Teamkollegin Juliane Seyfarth sichern. Das besondere bei der Raw Air: in die Gesamtwertung zählen nicht nur die Wettkämpfe, auch die Ergebnisse der Qualifikation fließen mit ein.
Karl Geiger konnte nicht ganz an seine Ergebnisse der WM in Seefeld anknüpfen und belegte am Ende Rang elf in der Gesamtwertung der Raw Air, nachdem er im Teambewerb mit seinen Mannschaftskollegen Rang zwei belegte.

Die Nordischen Kombinierer hatten mit dem Weltcup in Schonach vergangenes Wochenende bereits ihren Saisonabschluss. Bei teils widrigen Wetterbedingungen mit Regen und Sturm hatten die drei Oberstdorfer Athleten Julian Schmid, Vinzenz Geiger und Johannes Rydzek schon nicht das nötige Quäntchen Glück auf der Schanze, was dann auch in der Loipe nicht mehr aufzuholen war. Am Ende reichte es für Vinzenz Geiger zu Platz 4 und 34, Johannes Rydzek zu Platz 7 und 22 und Julian Schmid zu Platz 48 und 42.

Für die Telemarker des SC Oberstdorf, Johanna Holzmann, Benedikt Holzmann und Jonas Schmid wird es zum Ende der Saison ebenfalls noch mal ernst bei den Weltmeisterschaften in Norwegen. Medaillenchancen haben auf jeden Fall alle drei Sportler.

am 07.03.2019

Großer Empfang für die WM-Helden von Seefeld, Are und Lahti

3000 begeisterte Skisportfans applaudieren

Wer erinnert sich nicht an die Bilder von Seefeld, an einen jubelnden Karl Geiger, der sich so sehr für den Mannschaftskollegen Markus Eisenbichler freute, obwohl der ihn gerade von seinem Goldplatz geschubst hatte. Oder an die gespannte Miene von Katharina Althaus, die aufgeregt auf das Ergebnis wartete, das so knapp war und ihr nach Maren Lundby dann um 0,5 Punkte zurück den Silberplatz einbrachte. Sternstunden des Wintersports waren das und eine perfekte Werbung für die Nordische Skiweltmeisterschaft, die 2021 im Heimatort der beiden erfolgreichen Oberstdorfer stattfindet.

Einen entsprechend begeisterten Empfang boten über 3000 Menschen im Nordic Park von Oberstdorf den Helden (einige mussten krankheits- oder terminbedingt absagen) von Seefeld, Are und Lahti. Ob bei den Juniorenwettkämpfen in Finnland, bei den alpinen Rennen in Schweden oder zum Schluss bei der Nordischen Ski-WM in nahen Tirol – Allgäuer Wintersportler waren überall dabei und hatten sich bei ihren Wettkämpfen stark und ungeheuer sympathisch als Botschafter für ihren Sport präsentiert.

Einen wahren Medaillenregen hatte es vor allem bei den Nordischen Weltmeisterschaften in Seefeld gegeben und die Oberstdorfer Athleten waren mit achtmal Gold und Silber zurückgekehrt. Entsprechend stolz waren Bürgermeister Laurent Mies, Skiclub-Vorsitzender Dr. Peter Kruijer und der Präsident des Eissportclub Oberstdorf, Harald Löffler auf die erfolgreichen Botschafter des Wintersports. Dreimal Edelmetall brachten Katharina Althaus und Karl Geiger heim, die nicht nur zwei Goldmedaillen mit der Mannschaft und im Mixed-Team geholt hatten, sondern auch noch je eine Silbermedaille im Einzelspringen. Johannes Rydzek und Vinzenz Geiger strahlten über ihre Silbermedaille, die sie in der Staffel der Nordischen Kombinierer erkämpft hatten. Juliane Seyfarth, die am Stützpunkt in Oberstdorf trainiert, zeigte sich ebenfalls mit zweimal Gold (Mixed Team und Teamspringen) glänzend. Richard Freitag, ebenfalls im Team-Springen mit Gold in seine Wahlheimat Oberstdorf zurückgekehrt, musste den Empfang krankheitsbedingt absagen.

Vom Publikum feiern lassen durften sich nicht nur die Medaillengewinner der Junioren-Weltmeisterschaft Julian Schmid, Agnes Reisch und Philipp Raimund. Auch die Langläufer Florian Notz, Sebastian Eisenlauer, Janosch Brugger, Laura Gimmler, Pia Fink und Katharina Hennig genossen ebenso die Begeisterung des Publikums wie Manuel Schmid und Meike Pfister, die die Fahne der alpinen Skistars hochhielten.

Die Erfolgstrainer der deutschen Skispringerinnen Andreas Bauer und Kai Bracht fehlten bei dem Empfang ebenso wenig wie Eiskunstläuferin Nicole Schott. Die hat ihren großen Auftritt jedoch erst noch vor sich: Sie wird bei den Weltmeisterschaften im Eiskunstlaufen Mitte März in Japan am Start sein.

Neben dem Bad in der Menge, viel Applaus und einem bunten Feuerwerk erhielten die Athleten aus den Händen von SCO-Präsidenten Dr. Peter Kruijer und Bürgermeister Laurent Mies Blumen, Geschenkgutscheine und kuschelige Fleecedecken mit dem Oberstdorf-Wappen. Der Eintrag ins Goldene Buch der Marktgemeinde beim Stehempfang im Oberstdorf Haus durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Fotos: Dominik Berchtold

am 05.03.2019

Startschuss für Oberstdorf 2021 offiziell gefallen

Fahnenübergabe im Rahmen der Schlussfeier in Seefeld 2019

Im Rahmen der Abschlussfeier der FIS Nordischen Ski Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld wurde die Fahne des Weltverband FIS offiziell an die Oberstdorfer Delegation übergeben.

Die Fahnenträger Katharina Althaus, Julian Schmid und Nicole Fessel vom Skiclub Oberstdorf sowie Bürgermeister Laurent Mies, Dr. Peter Kruijer (Präsident des Skiclubs Oberstdorf) und Landrat Anton Klotz trugen die Fahne mit Stolz und Vorfreude aus dem Stadion. Mit seinen modernen Sportstätten und Gastfreundschaft werden die Marktgemeinde Oberstdorf und die gesamte Region Allgäu Sportler und Besucher aus aller Welt begrüßen und vom 23. Februar bis 07. März 2021 das nächste Großereignis des nordischen Skisports veranstalten.

Franz Steinle, DSV-Präsident und Vorstandsvorsitzender des Organisationskomitees, nahm die Fahne von FIS-Präsident Gian Franco Kasper entgegen und freut sich „ungeheuerlich“ auf die kommenden 722 Tage bis zu den 53. FIS Nordischen Ski Weltmeisterschaften im eigenen Land.
Bis dahin steht aber für alle Beteiligten noch ein großes Stück Arbeit auf dem Plan, um gerüstet zu sein für spannende Wettkämpfe in Oberstdorf.

Foto: Ralf Lienert
Von links nach rechts: Katharina Althaus, Nicole Fessel, Julian Schmid, Dr. Franz Steinle, Laurent Mies, Anton Klotz, Dr. Peter Kruijer

am 05.03.2019

Empfang der erfolgreichen WM-Sportlerinnen und Sportler im Kurpark Oberstdorf

Katharina Althaus (GER)

Oberstdorf ist stolz auf seine WM-Medaillengewinner der FIS Nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld (AUT) und FIS Nordischen Junioren-Weltmeisterschaften 2019 in Lahti (FIN) und wird am Dienstag, 05. März 2019 den WM-Helden einen großen Empfang bereiten.

Oberstdorf ist stolz auf seine WM-Medaillengewinnerinnen und -gewinner der FIS Nordischen Ski-WM 2019 in Seefeld (AUT) und FIS Nordischen Junioren-Weltmeisterschaften 2019 in Lahti (FIN) und wird am Dienstag, 05. März 2019 den WM-Helden einen großen Empfang bereiten.

Der Empfang beginnt um 19.00 Uhr im Kurpark Oberstdorf. Die Moderation übernimmt Jens Zimmermann – der auch als Stadionsprecher der Oberstdorfer Sportveranstaltungen bekannt ist. Er wird die WM- und EM-Starter zu ihren Erfahrungen und Erlebnissen interviewen und auch einige Wegbegleiter auf der Bühne begrüßen.

Die Medaillengewinner Karl Geiger und Katharina Althaus, beide Gold- und Silbermedaillengewinner bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld und die Medaillengewinner der Junioren-WM Julian Schmid, Phillip Raimund, Agnes Reisch, Selina Freitag und David Mach, die sich in Lahti über ihre tollen Erfolge freuen durften, sind eingeladen, ebenso wie die weiteren Oberstdorfer WM-Starter.

Die Organisatoren sind sich sicher, dass viele sportbegeisterte Oberstdorfer und Gäste hautnah dabei sein werden, wenn die erfolgreichen WM-Sportlerinnen und Sportler in Oberstdorf begrüßt und gemeinsam gefeiert werden.

Oberstdorf freut sich auf einen festlichen Empfang!

am 27.02.2019

Noch ein Sieg fürs Geschichtsbuch

Katharina Althaus (GER)

Die deutschen Frauen gewinnen bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld die Premiere des Team-Wettbewerbs. Bereits vor fünf Jahren hatte Carina Vogt Historisches geschafft

Fast auf den Tag genau fünf Jahre ist es her, dass Carina Vogt in Sotschi im Februar 2014 eine olympische Goldmedaille um den Hals gehängt bekam. Als erste Skispringerin der Geschichte. Gestern hat die 27-Jährige aus Schwäbisch Gmünd gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld ein weiteres Kapitel Skisprung-Historie geschrieben. Bei der Premiere eines WM-Team-Wettbewerbs wurden Vogt, Katharina Althaus (22, Oberstdorf), Ramona Straub (25, Langenordnach) und Juliane Seyfarth (29, Eisenach) ihrer Favoritenrolle gerecht und holten Gold vor den Teams aus Österreich und Norwegen. Bundestrainer Andreas Bauer meinte anschließend: „Irgendwie sind wir für Premieren geschaffen.“

Während der Saison hatten die deutschen Skispringerinnen bereits beide Team-Wettbewerbe in Ljubno/Slowenien und Zao/Japan jeweils mit großem Vorsprung gewonnen. Doch ganz so einfach war es dieses Mal nicht. In Seefeld waren es vor dem letzten Durchgang gerade einmal 8,8 Zähler, die zwischen Deutschland und Verfolger Österreich lagen. Und oben warteten mit Althaus, der Weltcup-Führenden Maren Lundby (24, Norwegen) und Lokalmatadorin Daniela Iraschko-Stolz (35, Österreich) drei absolute Hochkaräter der Szene. Althaus hatte ihre Nerven im Griff, sprang auf der Normalschanze auf 99,5 Meter – und segelte dabei weit über die geforderte Gold-Weite. Unten im Auslauf warteten bereits die Teamkolleginnen – und warfen sich freudestrahlend und schreiend auf Althaus. „Ich bin so froh, dass wir es geschafft haben. Klar waren wir die großen Favoriten. Aber trotzdem muss jeder erst mal seine Sprünge runterbringen. Ich bin jetzt erst einmal ein bisschen sprachlos“, sagte die Allgäuerin, derzeit als Weltcup-Zweite die beste Springerin des DSV-Teams.

Einer der ersten Gratulanten war DSV-Präsident Franz Steinle. Er sagte: „Es war ein Springen auf sehr hohem Niveau, aber beileibe kein Selbstläufer. Das mag zwar abgedroschen klingen, aber Staffeln und Mannschaftswettbewerbe haben eben ihre eigenen Gesetze.“ Steinle war wie den 3400 Zuschauern an der Schanze nicht entgangen, dass Seyfarth (98/95 Meter) und Vogt (99/92,5 Meter) in dieser enormen Drucksituation nicht ihre gewohnt starken Leistungen abrufen konnten. Dafür sprang ausgerechnet diejenige in die Bresche, die in dieser Saison erst einmal als Zweite aufs Podium kam. Das Zünglein an der Waage war keine der hoch dotierten Springerinnen im Team, sondern mit Ramona Straub die Nummer vier. Ihr gelang im ersten Durchgang mit einem Satz auf 106 Meter sogar die höchste Weite der gesamten Konkurrenz, im Finaldurchgang landete sie bei 100 Metern. Damit war die 25-Jährige, die erst im Herbst nach langer Verletzungspause ins Team zurückkehrte, an diesem Tag die Beste in Bauers Quartett. Sie blickte bei der Siegerehrung fast ein wenig ungläubig drein und sagte: „Ich bin mit dieser Schanze gut zurechtgekommen, auch schon im Training. Selbst schlechte Sprünge waren hier gute Sprünge. Ich hatte vor diesem Wettkampf ein super Gefühl. Es ist für mich unglaublich, dabei gewesen sein zu dürfen.“

Mit der Aufnahme des Team-Wettbewerbs in das WM-Programm ging für die Frauen ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Als wichtigen Schritt in Richtung Gleichberechtigung auf der Schanze bezeichneten sie die Entscheidung. In Sachen Preisgeld gibt’s allerdings noch gravierende Unterschiede. Während die deutschen Männer für ihren WM-Triumph 31 000 Euro bekamen – 7750 Euro für jeden der vier Springer –, ist es bei den Frauen nur ein Siebtel davon. Althaus, Vogt, Straub und Seyfarth kassierten für Gold 5000 Schweizer Franken, umgerechnet knapp 4400 Euro – 1100 für jede Springerin.

Doch das störte nach dem Premieren-Sieg niemanden. Die Frauen hatten nach dem Springen ohnehin kaum Zeit, darüber nachzudenken. Siegerehrung im Stadion, der lange Weg vorbei an den wartenden Journalisten, Interviews, Pressekonferenz.

Im Hotel wurde noch kurz auf den Erfolg angestoßen, dann richteten alle schon wieder den Fokus auf das heutige Einzel. 7000 Euro bekommt die Siegerin überwiesen. Zum Vergleich: Markus Eisenbichler kassierte für WM-Gold von der Großschanze 25 000 Euro.

Text: Stephan Schöttl, Allgäuer Anzeigeblatt, 27.02.2019

am 27.02.2019

Der Teufels Geiger

Karl Geiger beim ersten Flug von der neuen Schanze

Mit Einzelsilber und Mannschafts-Gold übertrifft der Oberstdorfer Karl Geiger seine eigene Erwartungen – und auch die seiner Teamkollegen

Der Oberstdorfer Skispringer Karl Geiger hat neben Doppelweltmeister Markus Eisenbichler dem ersten Wochenende in Seefeld den Stempel aufgedrückt. Am Samstag belegte der 26-Jährige bei seiner WM-Premiere Platz zwei und war nach dem Überreichen der Silbermedaille auf der Medals Plaza von Seefeld „hin und weg“. Sein Freudensprung aufs Podest war für den zweifachen Weltcup-Sieger in dieser Saison (Engelberg und Willingen) mehr als ein Befreiungsschlag. Nach zahlreichen Interviews nahm sich Geiger noch die Zeit und erfüllte bei Minusgraden geduldig Autogramm-Wünsche. Dass ehemalige Kameraden aus der Oberstdorfer Grundschule ihm plötzlich von Weitem riefen, war eine der größten Überraschungen für Geiger. Im Teamhotel teilte er sich mit Zimmerkollege Eisenbichler noch ein Weißbier, um dann früh schlafen zu gehen.

Bei der Siegerehrung des Team-Bewerbs rockte der Teufels-Geiger aus dem Allgäu die Bühne neben dem hell erleuchteten Seefelder Seekirchl ein zweites Mal. Bevor sie von DOSB-Präsident Alfons Hörmann die Goldmedaille umgehängt bekamen, trug Geiger den Wahl-Allgäuer Richard Freitag auf den Schultern Richtung Bühne, Stephan Leyhe tat es ihm mit Markus Eisenbichler gleich. Besser hätte das DSV-Quartett seinen Zusammenhalt nicht demonstrieren können.

Im Interview mit unserer Zeitung sagte Geiger, er sei nach dem Erfolg von Samstag „gut sortiert“ an die Bergisel-Schanze in Innsbruck gegangen. Dass er im Probedurchgang noch kleine Probleme hatte, sei vielleicht ganz gut gewesen. „Ich hab’ mich noch mal extra konzentriert.“ Im Wettkampf habe er es dann „einfach laufen lassen und draufgehauen. Das war genial“. Die Startnummer „11-1“ war für Geiger keine Bürde, seine Sprünge auf 129 und 130 Meter bedeuteten die beste Punktausbeute der gesamten Konkurrenz – und letztlich auch Rang eins mit dem Team, mit 56,6 Punkten vor Österreich. Warum seine Sprünge plötzlich so konstant gut sind, konnte Geiger nicht erklären: „Ich habe keine Ahnung, was genau da jetzt passiert ist.“ Es habe sich eine „seltsame Eigendynamik“ entwickelt. Sein Sprung müsse noch nicht einmal hundertprozentig perfekt sein. Er habe, egal wie der Absprung sei, ein gutes Gefühl in der Luft: „Dann richte ich mich ein und auf einmal flieg’ ich.“ Geiger staunte selbst: „Diese Einfachheit habe ich mir schon ewig erträumt. Dass ich das jetzt auf einem so hohen Niveau zeigen kann, ist der Wahnsinn.“

Für die zwei weiteren Wettbewerbe von der Normalschanze in Seefeld gilt für Geiger: „Angriff ist die beste Verteidigung.“ Die Form zu konservieren, gehe nicht. „Da fängt man an, etwas zu verteidigen“.

Verteidigen wollte sich Geiger übrigens gestern Abend auch noch gegenüber einer Aussage von Bundestrainer Werner Schuster. Der meinte zur bevorstehenden Siegesparty: „Skispringer sind keine Säufer. Nach zwei Bier fallen die eh’ um.“ Dem widersprach der freudetrunkene Geiger – zumindest teilweise: „Okay, so richtig trinkfest sind wir nicht. Aber heute schaffen wir schon auch drei.“ Schließlich sei am Montag ja Ruhetag...

Text: Thomas Weiss, Allgäuer Anzeigeblatt, 25.02.2019

am 19.02.2019

Nächster Halt: Seefeld

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Die deutschen Sportlerinnen demonstrieren bei den Wettbewerben im Allgäu ihre Teamstärke. In einer Woche geht’s zu den Titelkämpfen nach Tirol

In acht Tagen geht es für die deutschen Skispringerinnen bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld/Tirol um die ersten Medaillen. Bei der Premiere des Team-Wettbewerbs sind die Sportlerinnen haushohe Favoriten. Ihre mannschaftliche Geschlossenheit haben sie beim Heim-Weltcup in Oberstdorf mit guten Platzierungen einmal mehr unter Beweis gestellt. Bevor es Richtung Tirol geht, legt das deutsche Team noch eine weitere Trainingswoche im Allgäu ein. Bundestrainer Andreas Bauer (55) spricht von „Feinschliff“, wenngleich er seinen Springerinnen schon jetzt eine gute Form bescheinigt.

Katharina Althaus (22, Oberstdorf): „Sie hat sich nach der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen vergangenes Jahr noch positiver weiterentwickelt. Ihre Persönlichkeit ist gewachsen“, sagt der Bundestrainer. Althaus ist auch für die Wettbewerbe in Seefeld Deutschlands aussichtsreichste Medaillenkandidatin. Beim Heim-Weltcup glänzte sie mit den Rängen zwei und vier. Auch zum Saisonhöhepunkt wird es wohl auf das Dauerduell zwischen der Oberstdorferin und der Norwegerin Maren Lundby herauslaufen. Bauer sagt aber: „In den Qualis von Hinzenbach und Ljubno hat sie gezeigt, dass sie Maren ebenbürtig ist. Eine Woche vor Beginn der WM ist Katharina in absoluter Topform.“

Juliane Seyfarth (28, Ruhla): Derzeit die Nummer zwei in der Mannschaft. In Oberstdorf sprang sie auf die Plätze sechs und zwei, stellte zwischenzeitlich mit einem Riesensatz auf 135 Meter sogar den Schanzenrekord der Norwegerin Maren Lundby ein – bis diese im nächsten Sprung noch einen halben Meter drauf packte. Für die gebürtige Thüringerin, die mittlerweile Wahl-Allgäuerin ist, war der Podestplatz im zweiten Einzelwettbewerb ein vorzeitiges Geschenk zum 29. Geburtstag, den sie am morgigen Dienstag feiert. Seyfarth selbst fühlt sich bestens gerüstet für die WM und macht sich keinerlei Druck: „Ich glaube, wir können da ganz entspannt rangehen.“ Bundestrainer Bauer ist voll des Lobes. Seyfarth habe den Sommer über sehr viel im athletischen Bereich gearbeitet. Er sagt zudem: „Sie ist zwar nicht die beste Abspringerin, aber fliegen kann sie.“

Carina Vogt (27, Schwäbisch Gmünd): Sie ist derzeit in einer für sie ungewohnten Rolle: Hinter Althaus und Seyfarth gilt die 27-Jährige aktuell nur als Nummer drei im deutschen Team. Bauer meint: „Sie muss eine Spur geduldiger werden, dann klappt’s auch wieder mit dem Podest.“ In Oberstdorf wurde sie Achte und Siebte. An sich Top-Platzierungen, doch zufrieden wirkte Vogt mit sich und ihren Leistungen nicht. Dennoch: Rechnen muss man mit der 27-Jährigen immer. Vor allem bei sportlichen Großereignissen. Denn Vogt war in der Vergangenheit stets auf den Punkt topfit. Sie ist Olympiasiegerin und vierfache Weltmeisterin.

Ramona Straub (25, Langenordnach): Ramona Straub könnte im Team-Wettbewerb von Seefeld zum Zünglein an der Waage werden. Was sie kann, hat sie beim Heim-Weltcup gezeigt – mit den Rängen neun und 13. Bauer sagt: „Von Ramona bin ich positiv überrascht. Was sie drauf hat, ist unglaublich. Das Ganze ist halt noch nicht so filigran und ausgereift.“

Anna Rupprecht (22, Degenfeld) und Svenja Würth (25, Baiersbronn): Beide stritten sich am Wochenende um den fünften WM-Platz im deutschen Team. Bauers Entscheidung: „Sie waren ganz eng zusammen. Das Pendel hat aber zugunsten von Anna Rupprecht ausgeschlagen, weil sie jetzt schon fünfmal im Weltcup unter den Top 15 war.“

Text: Stephan Schöttl, Allgäuer Anzeigeblatt 18.02.2019

am 19.02.2019

Österreicher springt am weitesten

Siegerehrung

Clemens Aigner setzt sich im Continentalcup durch

Mit einem Doppelsieg für den Österreicher Clemens Aigner (26) endeten die beiden Springen des Continental-Cups, der zweiten internationalen Liga, auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf. Viele Zuschauer hatten am Samstagabend nach dem Weltcup-Springen der Frauen in der Audi-Arena ausgeharrt, um mit den Männern zu fiebern. Sie erlebten viele gute Leistungen, eine längere Unterbrechung nach einem schweren Sturz des Japaners Yuken Iwasa und schließlich den neuerlichen Sieg von Aigner.

Der 26-Jährige hatte am Freitag bereits mit Sprüngen auf 136,5 und 132 Meter gewonnen. Einen Tag später war er mit 131,5 und 133 Meter erneut der Weiteste. Gut lief es im Allgäu auch für die deutschen Springer. Felix Hoffmann (21, Goldlauter) war im ersten Einzel mit 136,5 und 132,0 Metern als Bester aus dem DSV-Team Zweiter, knapp vor Pius Paschke (28, Kiefersfelden), der auf 133,5 und 131,5 Meter sprang. Im zweiten Einzel war Paschke (130,5/129 Meter), der lang in Oberstdorf gelebt und trainiert hat, erneut Dritter hinter dem Slowenen Tilen Bartol (135,5/132 Meter).

Der erst 18-jährige Lokalmatador Philipp Raimund vom SC Oberstdorf qualifizierte sich in beiden Springen jeweils für den zweiten Durchgang. Nach Platz 26 (126/127 Meter) verbesserte er sich einen Tag später auf den 25. Rang (130,5/ 119,5 Meter).

Text: Stephan Schöttl, Allgäuer Anzeigeblatt 18.02.2019

am 19.02.2019

Die Mutter der Kompanie

Hanne Lingg

Hanne Lingg blickt auf 45 Vierschanzen-Tourneen als Helferin zurück. Bevor für die 78-Jährige beim Weltcup der Frauen der letzte Vorhang fällt, erinnert sie an Geschichten mit Schwedens König und einer britischen Legende

Der Weltcup im Frauenskispringen soll der Schlusspunkt sein. „Irgendwann muss es ja ein Ende haben“, sagt Hanne Lingg entschlossen. Mehrmals schon hatte sie ihren Abschied angekündigt, und doch kann es ihr noch niemand so richtig abnehmen, dass sie es ernst meint mit ihrem Ausscheiden aus dem Organisationskomitee für die Großveranstaltungen im Wintersport in Oberstdorf. Viel zu lange schon ist Hanne Lingg als Angestellte das vertraute Gesicht im OK-Büro.

Lingg ist die Expertin für Helferausstattung, Parkgenehmigungen und für die Betreuung der Ehrengäste. Auch bei Kümmernissen weiß die 78-jährige Oberstdorferin meist guten Rat und gibt charmante Hinweise, wer mit wem wie umgehen sollte. „Nach all den Jahren kennt man seine Pappenheimer“, verrät sie schmunzelnd. Diese „Pappenheimer“ und alle weiteren Aufgaben soll Nachfolgerin Jenny Wiartalla übernehmen. Schließlich steht 2021 eine „neue“ WM an, und statt einer „Gelegenheitsarbeiterin“, wie sie es sei, müsse es einen dauerhaften Ansprechpartner geben, versichert Hanne Lingg.

Nach all den Jahren ist es an der Zeit, ihr Engagement Revue passieren zu lassen, noch ehe der letzte Vorhang fällt. Da sind unglaubliche 45 Auflagen der Vierschanzentournee. Da sind die beiden Weltmeisterschaften 1987 und 2005, und da sind unzählige Weltcups im Nordischen Skisport, die nicht ohne sie gelaufen sind. Nicht immer im gleichen Aufgabenbereich, aber stets mit der gleichen Leidenschaft. Als Verkehrsamts-Angestellte war sie seit 1972 zunächst zuständig für die Unterbringung der Sportler, der Offiziellen und der Medienvertreter. Und auch, als sie 2000 in Rente ging, hat sie der Skisport nie losgelassen. Wie selbstverständlich packte sie weiter dort an, wo man sie am meisten brauchte – mit ihren Kontakten zu Sportlern, Funktionären und Medienvertretern in aller Welt. Seit 2006 schlug sie in jedem Winter ihr „Hauptquartier“ im Büro der Skisport- und Veranstaltungs GmbH auf, zuständig für die Einkleidung der vielen hundert Helfer, für die Ehrengastliste oder als „Herrin“ über begehrte Parkgenehmigungen.

Und da sind die Anfänge, die die tiefe Verbundenheit von Hanne Lingg mit dem Skispringen und dem Skiclub Oberstdorf erklären. Ihr Onkel war der legendäre Skisprung-Pionier Sepp Weiler – und die Nichte verfolgte schon damals gespannt die Übertragungen am Radio. Als sie erwachsen war, hatte sie im Verkehrsamt in Oberstdorf fortan hautnah mit Skisprung-Idolen wie Toni Innauer oder Matti Nykännen zu tun. Sie erinnert sich allzu gut an das Trettachstüble als Dreh- und Angelpunkt für Sportler, Offizielle und Journalisten. „Früher war alles ruhiger und gemütlicher, da hatte man noch direkten Kontakt und fand für viele Probleme recht unkomplizierte Lösungen“, erzählt sie.

Lingg erinnert sich an erschöpfte kanadische Skispringer, die erst um 2 Uhr auf Irrwegen zur Tournee anreisten. Sie wartete geduldig mit dem Schlüssel fürs Quartier und organisierte für die hungrigen Sportler noch ein Mahl nach Mitternacht. Und Lingg sorgte ebenso dafür, dass der Paradiesvogel des Skisports, „Eddie, the eagle“, Familienanschluss bei ihren Freunden Rosmarie und Mothes Schöll erleben durfte. „Mit Schlafplatz und Service für Skier und Skischuhe für diesen im Weltcup-Zirkus völlig unerfahrenen Sportsfreund“, berichtet sie. All das Engagement der heute 78-Jährigen wäre ohne einen starken Mann im Hintergrund nicht denkbar gewesen, weiß Hanne Lingg. Ihr Gatte, Max Lingg – langjähriger Leiter des Shuttle-Dienstes – hielt seiner Frau Hanne nicht nur über die Jahre stets den Rücken frei. Max Lingg spielte auch nicht selten für seine Ehefrau das persönliche Shuttle im Rahmen der Großveranstaltungen.

Lingg wiederum gab das gerne zurück und bei so viel Gastfreundschaft war es auch nicht verwunderlich, dass sie während der Weltmeisterschaft 2005 zu unerwarteten Ehren kam. Von der Einladung des schwedischen Königs Carl Gustav zu einem Whiskey an der Hotelbar im Exquisit erzählt sie heute noch amüsiert. Ein guter Whiskey zählt seither trotzdem nicht zu ihren Lieblingsgetränken. Mit den Freunden und Kollegen von der SVG wird sie zum Abschied wohl eher ein Gläschen Sekt heben. „Mit ein bisschen Wehmut“, sagt Hanne Lingg. Und die Mutter der Kompanie ergänzt: „Aber mit viel Zuversicht, dass die Jungen es gut machen.“

Text: Elke Wiartalla, Allgäuer Anzeigeblatt 15.02.2019

am 17.02.2019

Lundby gewinnt auch WM-Generalprobe

Siegerehrung Skiflug-weltcup Damen 17.02.2019

Norwegerin springt in Oberstdorf neuen Schanzenrekord und feiert ihren 22. Weltcup-Sieg. Aus einem starken deutschen Team sticht Juliane Seyfarth als Zweite heraus

Gegen Maren Lundby ist zur Zeit kein Kraut gewachsen. Auch im zweiten Weltcup-Springen auf der Großschanze in der Oberstdorfer Audi Arena setzte sich die 24-jährige Norwegerin an die Spitze. Ihrem Sieg vorausgegangen war vor 2500 begeisterten Zuschauern ein Sprung-Krimi, in dem auch die deutschen Athletinnen Juliane Seyfarth und Katharina Althaus Hauptrollen spielten. Im Drehbuch enthalten waren der Wunsch auf einen Heimsieg für Katharina Althaus, der Kampf der beiden Deutschen gegen die Norwegerin, ein Schanzenrekord auf 135,5 Meter und die Japanerin Sara Takanashi, die sich mit einem tollen zweiten Sprung noch an der Lokalmatadorin vorbeischieben konnte und damit nach ihren Sieg in Ljubno auch in Oberstdorf wieder auf dem Podest stand.

Sechs von neun deutschen Springerinnen waren in den zweiten Durchgang gekommen, der an Dramatik kaum zu überbieten war. Schon im ersten Durchgang hatte Lundby mit einem Sprung auf 135,0 Meter einen neuen Schanzenrekord gesprungen. Ihr hartnäckig auf den Fersen folgte Juliane Seyfarth, die mit einer Weite 132,0 Metern nur zwei Punkte hinter der Weltcup-Führenden lag. Die derzeit größte deutsche Hoffnung, Katharina Althaus vom Skiclub Oberstdorf, musste sich vorerst mit Rang 3 zufriedengeben. Nach ihrem Sprung auf 120,0 Meter hatte sie es mit einem Abstand von 12,6 Punkten schwer, den Anschluss zur Spitze zu halten. Chiara Hölzl (AUT) war zwischenzeitlich Vierte, Sara Takanashi lag als Fünfte 21,7 Punkte zurück.

Im zweiten Durchgang kratzte Juliane Seyfarth an der Überlegenheit von Lundby, indem sie deren gerade erst aufgestellten Schanzenrekord einstellte. Ein Riesensprung auf 135,0 Meter brachte ihr den Jubel des Publikums. Doch die Norwegerin setzte noch einen drauf. Sie bereitete mit einem Satz auf 135,5 Meter und dem erneuten Schanzenrekord und einem deutlichen Vorsprung von 9,4 Punkten vor Seyfarth den deutschen Hoffnungen auf einem Heimsieg ein Ende. Katharina Althaus, am Vortag nur um 0,4 Punkte an Lundby gescheitert, verpasste diesmal um 0,6 Punkte einen Podestplatz.

Mit dem neunten Sieg im 17. Weltcup dieser Saison baute Lundby ihren Vorsprung im Gesamtweltcup auf fast 300 Punkte aus. Mit 1368 Zählern führt die Norwegerin vor Katharina Althaus mit 1073 und Sara Takanashi mit 916 Punkten. Nach der WM in Seefeld folgen mit der Raw Air in Skandinavien sowie den Springen in Nizhny Tagil und Chaikovsky in Russland noch sieben Weltcup-Springen.

Die weiteren deutschen Platzierungen:
7. Platz: Carina Vogt (SC Degenfeld), 13. Platz Ramona Straub (SC Langenordnach), 18. Platz Svenja Würth (SV Baiersbronn), 19. Platz Anna Rupprecht (SC Degenfeld).
Selina Freitag (SG Nickelhütte Aue), Agnes Reisch (WSV Isny) und Pauline Hessler (WSV Lauscha) erreichten den zweiten Durchgang nicht.

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