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Was gibt es Neues rund um die Audi Arena Allgäu Oberstdorf?

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am 27.02.2019

Noch ein Sieg fürs Geschichtsbuch

Katharina Althaus (GER)

Die deutschen Frauen gewinnen bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld die Premiere des Team-Wettbewerbs. Bereits vor fünf Jahren hatte Carina Vogt Historisches geschafft

Fast auf den Tag genau fünf Jahre ist es her, dass Carina Vogt in Sotschi im Februar 2014 eine olympische Goldmedaille um den Hals gehängt bekam. Als erste Skispringerin der Geschichte. Gestern hat die 27-Jährige aus Schwäbisch Gmünd gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld ein weiteres Kapitel Skisprung-Historie geschrieben. Bei der Premiere eines WM-Team-Wettbewerbs wurden Vogt, Katharina Althaus (22, Oberstdorf), Ramona Straub (25, Langenordnach) und Juliane Seyfarth (29, Eisenach) ihrer Favoritenrolle gerecht und holten Gold vor den Teams aus Österreich und Norwegen. Bundestrainer Andreas Bauer meinte anschließend: „Irgendwie sind wir für Premieren geschaffen.“

Während der Saison hatten die deutschen Skispringerinnen bereits beide Team-Wettbewerbe in Ljubno/Slowenien und Zao/Japan jeweils mit großem Vorsprung gewonnen. Doch ganz so einfach war es dieses Mal nicht. In Seefeld waren es vor dem letzten Durchgang gerade einmal 8,8 Zähler, die zwischen Deutschland und Verfolger Österreich lagen. Und oben warteten mit Althaus, der Weltcup-Führenden Maren Lundby (24, Norwegen) und Lokalmatadorin Daniela Iraschko-Stolz (35, Österreich) drei absolute Hochkaräter der Szene. Althaus hatte ihre Nerven im Griff, sprang auf der Normalschanze auf 99,5 Meter – und segelte dabei weit über die geforderte Gold-Weite. Unten im Auslauf warteten bereits die Teamkolleginnen – und warfen sich freudestrahlend und schreiend auf Althaus. „Ich bin so froh, dass wir es geschafft haben. Klar waren wir die großen Favoriten. Aber trotzdem muss jeder erst mal seine Sprünge runterbringen. Ich bin jetzt erst einmal ein bisschen sprachlos“, sagte die Allgäuerin, derzeit als Weltcup-Zweite die beste Springerin des DSV-Teams.

Einer der ersten Gratulanten war DSV-Präsident Franz Steinle. Er sagte: „Es war ein Springen auf sehr hohem Niveau, aber beileibe kein Selbstläufer. Das mag zwar abgedroschen klingen, aber Staffeln und Mannschaftswettbewerbe haben eben ihre eigenen Gesetze.“ Steinle war wie den 3400 Zuschauern an der Schanze nicht entgangen, dass Seyfarth (98/95 Meter) und Vogt (99/92,5 Meter) in dieser enormen Drucksituation nicht ihre gewohnt starken Leistungen abrufen konnten. Dafür sprang ausgerechnet diejenige in die Bresche, die in dieser Saison erst einmal als Zweite aufs Podium kam. Das Zünglein an der Waage war keine der hoch dotierten Springerinnen im Team, sondern mit Ramona Straub die Nummer vier. Ihr gelang im ersten Durchgang mit einem Satz auf 106 Meter sogar die höchste Weite der gesamten Konkurrenz, im Finaldurchgang landete sie bei 100 Metern. Damit war die 25-Jährige, die erst im Herbst nach langer Verletzungspause ins Team zurückkehrte, an diesem Tag die Beste in Bauers Quartett. Sie blickte bei der Siegerehrung fast ein wenig ungläubig drein und sagte: „Ich bin mit dieser Schanze gut zurechtgekommen, auch schon im Training. Selbst schlechte Sprünge waren hier gute Sprünge. Ich hatte vor diesem Wettkampf ein super Gefühl. Es ist für mich unglaublich, dabei gewesen sein zu dürfen.“

Mit der Aufnahme des Team-Wettbewerbs in das WM-Programm ging für die Frauen ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Als wichtigen Schritt in Richtung Gleichberechtigung auf der Schanze bezeichneten sie die Entscheidung. In Sachen Preisgeld gibt’s allerdings noch gravierende Unterschiede. Während die deutschen Männer für ihren WM-Triumph 31 000 Euro bekamen – 7750 Euro für jeden der vier Springer –, ist es bei den Frauen nur ein Siebtel davon. Althaus, Vogt, Straub und Seyfarth kassierten für Gold 5000 Schweizer Franken, umgerechnet knapp 4400 Euro – 1100 für jede Springerin.

Doch das störte nach dem Premieren-Sieg niemanden. Die Frauen hatten nach dem Springen ohnehin kaum Zeit, darüber nachzudenken. Siegerehrung im Stadion, der lange Weg vorbei an den wartenden Journalisten, Interviews, Pressekonferenz.

Im Hotel wurde noch kurz auf den Erfolg angestoßen, dann richteten alle schon wieder den Fokus auf das heutige Einzel. 7000 Euro bekommt die Siegerin überwiesen. Zum Vergleich: Markus Eisenbichler kassierte für WM-Gold von der Großschanze 25 000 Euro.

Text: Stephan Schöttl, Allgäuer Anzeigeblatt, 27.02.2019

am 27.02.2019

Der Teufels Geiger

Karl Geiger beim ersten Flug von der neuen Schanze

Mit Einzelsilber und Mannschafts-Gold übertrifft der Oberstdorfer Karl Geiger seine eigene Erwartungen – und auch die seiner Teamkollegen

Der Oberstdorfer Skispringer Karl Geiger hat neben Doppelweltmeister Markus Eisenbichler dem ersten Wochenende in Seefeld den Stempel aufgedrückt. Am Samstag belegte der 26-Jährige bei seiner WM-Premiere Platz zwei und war nach dem Überreichen der Silbermedaille auf der Medals Plaza von Seefeld „hin und weg“. Sein Freudensprung aufs Podest war für den zweifachen Weltcup-Sieger in dieser Saison (Engelberg und Willingen) mehr als ein Befreiungsschlag. Nach zahlreichen Interviews nahm sich Geiger noch die Zeit und erfüllte bei Minusgraden geduldig Autogramm-Wünsche. Dass ehemalige Kameraden aus der Oberstdorfer Grundschule ihm plötzlich von Weitem riefen, war eine der größten Überraschungen für Geiger. Im Teamhotel teilte er sich mit Zimmerkollege Eisenbichler noch ein Weißbier, um dann früh schlafen zu gehen.

Bei der Siegerehrung des Team-Bewerbs rockte der Teufels-Geiger aus dem Allgäu die Bühne neben dem hell erleuchteten Seefelder Seekirchl ein zweites Mal. Bevor sie von DOSB-Präsident Alfons Hörmann die Goldmedaille umgehängt bekamen, trug Geiger den Wahl-Allgäuer Richard Freitag auf den Schultern Richtung Bühne, Stephan Leyhe tat es ihm mit Markus Eisenbichler gleich. Besser hätte das DSV-Quartett seinen Zusammenhalt nicht demonstrieren können.

Im Interview mit unserer Zeitung sagte Geiger, er sei nach dem Erfolg von Samstag „gut sortiert“ an die Bergisel-Schanze in Innsbruck gegangen. Dass er im Probedurchgang noch kleine Probleme hatte, sei vielleicht ganz gut gewesen. „Ich hab’ mich noch mal extra konzentriert.“ Im Wettkampf habe er es dann „einfach laufen lassen und draufgehauen. Das war genial“. Die Startnummer „11-1“ war für Geiger keine Bürde, seine Sprünge auf 129 und 130 Meter bedeuteten die beste Punktausbeute der gesamten Konkurrenz – und letztlich auch Rang eins mit dem Team, mit 56,6 Punkten vor Österreich. Warum seine Sprünge plötzlich so konstant gut sind, konnte Geiger nicht erklären: „Ich habe keine Ahnung, was genau da jetzt passiert ist.“ Es habe sich eine „seltsame Eigendynamik“ entwickelt. Sein Sprung müsse noch nicht einmal hundertprozentig perfekt sein. Er habe, egal wie der Absprung sei, ein gutes Gefühl in der Luft: „Dann richte ich mich ein und auf einmal flieg’ ich.“ Geiger staunte selbst: „Diese Einfachheit habe ich mir schon ewig erträumt. Dass ich das jetzt auf einem so hohen Niveau zeigen kann, ist der Wahnsinn.“

Für die zwei weiteren Wettbewerbe von der Normalschanze in Seefeld gilt für Geiger: „Angriff ist die beste Verteidigung.“ Die Form zu konservieren, gehe nicht. „Da fängt man an, etwas zu verteidigen“.

Verteidigen wollte sich Geiger übrigens gestern Abend auch noch gegenüber einer Aussage von Bundestrainer Werner Schuster. Der meinte zur bevorstehenden Siegesparty: „Skispringer sind keine Säufer. Nach zwei Bier fallen die eh’ um.“ Dem widersprach der freudetrunkene Geiger – zumindest teilweise: „Okay, so richtig trinkfest sind wir nicht. Aber heute schaffen wir schon auch drei.“ Schließlich sei am Montag ja Ruhetag...

Text: Thomas Weiss, Allgäuer Anzeigeblatt, 25.02.2019

am 19.02.2019

Nächster Halt: Seefeld

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Die deutschen Sportlerinnen demonstrieren bei den Wettbewerben im Allgäu ihre Teamstärke. In einer Woche geht’s zu den Titelkämpfen nach Tirol

In acht Tagen geht es für die deutschen Skispringerinnen bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld/Tirol um die ersten Medaillen. Bei der Premiere des Team-Wettbewerbs sind die Sportlerinnen haushohe Favoriten. Ihre mannschaftliche Geschlossenheit haben sie beim Heim-Weltcup in Oberstdorf mit guten Platzierungen einmal mehr unter Beweis gestellt. Bevor es Richtung Tirol geht, legt das deutsche Team noch eine weitere Trainingswoche im Allgäu ein. Bundestrainer Andreas Bauer (55) spricht von „Feinschliff“, wenngleich er seinen Springerinnen schon jetzt eine gute Form bescheinigt.

Katharina Althaus (22, Oberstdorf): „Sie hat sich nach der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen vergangenes Jahr noch positiver weiterentwickelt. Ihre Persönlichkeit ist gewachsen“, sagt der Bundestrainer. Althaus ist auch für die Wettbewerbe in Seefeld Deutschlands aussichtsreichste Medaillenkandidatin. Beim Heim-Weltcup glänzte sie mit den Rängen zwei und vier. Auch zum Saisonhöhepunkt wird es wohl auf das Dauerduell zwischen der Oberstdorferin und der Norwegerin Maren Lundby herauslaufen. Bauer sagt aber: „In den Qualis von Hinzenbach und Ljubno hat sie gezeigt, dass sie Maren ebenbürtig ist. Eine Woche vor Beginn der WM ist Katharina in absoluter Topform.“

Juliane Seyfarth (28, Ruhla): Derzeit die Nummer zwei in der Mannschaft. In Oberstdorf sprang sie auf die Plätze sechs und zwei, stellte zwischenzeitlich mit einem Riesensatz auf 135 Meter sogar den Schanzenrekord der Norwegerin Maren Lundby ein – bis diese im nächsten Sprung noch einen halben Meter drauf packte. Für die gebürtige Thüringerin, die mittlerweile Wahl-Allgäuerin ist, war der Podestplatz im zweiten Einzelwettbewerb ein vorzeitiges Geschenk zum 29. Geburtstag, den sie am morgigen Dienstag feiert. Seyfarth selbst fühlt sich bestens gerüstet für die WM und macht sich keinerlei Druck: „Ich glaube, wir können da ganz entspannt rangehen.“ Bundestrainer Bauer ist voll des Lobes. Seyfarth habe den Sommer über sehr viel im athletischen Bereich gearbeitet. Er sagt zudem: „Sie ist zwar nicht die beste Abspringerin, aber fliegen kann sie.“

Carina Vogt (27, Schwäbisch Gmünd): Sie ist derzeit in einer für sie ungewohnten Rolle: Hinter Althaus und Seyfarth gilt die 27-Jährige aktuell nur als Nummer drei im deutschen Team. Bauer meint: „Sie muss eine Spur geduldiger werden, dann klappt’s auch wieder mit dem Podest.“ In Oberstdorf wurde sie Achte und Siebte. An sich Top-Platzierungen, doch zufrieden wirkte Vogt mit sich und ihren Leistungen nicht. Dennoch: Rechnen muss man mit der 27-Jährigen immer. Vor allem bei sportlichen Großereignissen. Denn Vogt war in der Vergangenheit stets auf den Punkt topfit. Sie ist Olympiasiegerin und vierfache Weltmeisterin.

Ramona Straub (25, Langenordnach): Ramona Straub könnte im Team-Wettbewerb von Seefeld zum Zünglein an der Waage werden. Was sie kann, hat sie beim Heim-Weltcup gezeigt – mit den Rängen neun und 13. Bauer sagt: „Von Ramona bin ich positiv überrascht. Was sie drauf hat, ist unglaublich. Das Ganze ist halt noch nicht so filigran und ausgereift.“

Anna Rupprecht (22, Degenfeld) und Svenja Würth (25, Baiersbronn): Beide stritten sich am Wochenende um den fünften WM-Platz im deutschen Team. Bauers Entscheidung: „Sie waren ganz eng zusammen. Das Pendel hat aber zugunsten von Anna Rupprecht ausgeschlagen, weil sie jetzt schon fünfmal im Weltcup unter den Top 15 war.“

Text: Stephan Schöttl, Allgäuer Anzeigeblatt 18.02.2019

am 19.02.2019

Österreicher springt am weitesten

Siegerehrung

Clemens Aigner setzt sich im Continentalcup durch

Mit einem Doppelsieg für den Österreicher Clemens Aigner (26) endeten die beiden Springen des Continental-Cups, der zweiten internationalen Liga, auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf. Viele Zuschauer hatten am Samstagabend nach dem Weltcup-Springen der Frauen in der Audi-Arena ausgeharrt, um mit den Männern zu fiebern. Sie erlebten viele gute Leistungen, eine längere Unterbrechung nach einem schweren Sturz des Japaners Yuken Iwasa und schließlich den neuerlichen Sieg von Aigner.

Der 26-Jährige hatte am Freitag bereits mit Sprüngen auf 136,5 und 132 Meter gewonnen. Einen Tag später war er mit 131,5 und 133 Meter erneut der Weiteste. Gut lief es im Allgäu auch für die deutschen Springer. Felix Hoffmann (21, Goldlauter) war im ersten Einzel mit 136,5 und 132,0 Metern als Bester aus dem DSV-Team Zweiter, knapp vor Pius Paschke (28, Kiefersfelden), der auf 133,5 und 131,5 Meter sprang. Im zweiten Einzel war Paschke (130,5/129 Meter), der lang in Oberstdorf gelebt und trainiert hat, erneut Dritter hinter dem Slowenen Tilen Bartol (135,5/132 Meter).

Der erst 18-jährige Lokalmatador Philipp Raimund vom SC Oberstdorf qualifizierte sich in beiden Springen jeweils für den zweiten Durchgang. Nach Platz 26 (126/127 Meter) verbesserte er sich einen Tag später auf den 25. Rang (130,5/ 119,5 Meter).

Text: Stephan Schöttl, Allgäuer Anzeigeblatt 18.02.2019

am 19.02.2019

Die Mutter der Kompanie

Hanne Lingg

Hanne Lingg blickt auf 45 Vierschanzen-Tourneen als Helferin zurück. Bevor für die 78-Jährige beim Weltcup der Frauen der letzte Vorhang fällt, erinnert sie an Geschichten mit Schwedens König und einer britischen Legende

Der Weltcup im Frauenskispringen soll der Schlusspunkt sein. „Irgendwann muss es ja ein Ende haben“, sagt Hanne Lingg entschlossen. Mehrmals schon hatte sie ihren Abschied angekündigt, und doch kann es ihr noch niemand so richtig abnehmen, dass sie es ernst meint mit ihrem Ausscheiden aus dem Organisationskomitee für die Großveranstaltungen im Wintersport in Oberstdorf. Viel zu lange schon ist Hanne Lingg als Angestellte das vertraute Gesicht im OK-Büro.

Lingg ist die Expertin für Helferausstattung, Parkgenehmigungen und für die Betreuung der Ehrengäste. Auch bei Kümmernissen weiß die 78-jährige Oberstdorferin meist guten Rat und gibt charmante Hinweise, wer mit wem wie umgehen sollte. „Nach all den Jahren kennt man seine Pappenheimer“, verrät sie schmunzelnd. Diese „Pappenheimer“ und alle weiteren Aufgaben soll Nachfolgerin Jenny Wiartalla übernehmen. Schließlich steht 2021 eine „neue“ WM an, und statt einer „Gelegenheitsarbeiterin“, wie sie es sei, müsse es einen dauerhaften Ansprechpartner geben, versichert Hanne Lingg.

Nach all den Jahren ist es an der Zeit, ihr Engagement Revue passieren zu lassen, noch ehe der letzte Vorhang fällt. Da sind unglaubliche 45 Auflagen der Vierschanzentournee. Da sind die beiden Weltmeisterschaften 1987 und 2005, und da sind unzählige Weltcups im Nordischen Skisport, die nicht ohne sie gelaufen sind. Nicht immer im gleichen Aufgabenbereich, aber stets mit der gleichen Leidenschaft. Als Verkehrsamts-Angestellte war sie seit 1972 zunächst zuständig für die Unterbringung der Sportler, der Offiziellen und der Medienvertreter. Und auch, als sie 2000 in Rente ging, hat sie der Skisport nie losgelassen. Wie selbstverständlich packte sie weiter dort an, wo man sie am meisten brauchte – mit ihren Kontakten zu Sportlern, Funktionären und Medienvertretern in aller Welt. Seit 2006 schlug sie in jedem Winter ihr „Hauptquartier“ im Büro der Skisport- und Veranstaltungs GmbH auf, zuständig für die Einkleidung der vielen hundert Helfer, für die Ehrengastliste oder als „Herrin“ über begehrte Parkgenehmigungen.

Und da sind die Anfänge, die die tiefe Verbundenheit von Hanne Lingg mit dem Skispringen und dem Skiclub Oberstdorf erklären. Ihr Onkel war der legendäre Skisprung-Pionier Sepp Weiler – und die Nichte verfolgte schon damals gespannt die Übertragungen am Radio. Als sie erwachsen war, hatte sie im Verkehrsamt in Oberstdorf fortan hautnah mit Skisprung-Idolen wie Toni Innauer oder Matti Nykännen zu tun. Sie erinnert sich allzu gut an das Trettachstüble als Dreh- und Angelpunkt für Sportler, Offizielle und Journalisten. „Früher war alles ruhiger und gemütlicher, da hatte man noch direkten Kontakt und fand für viele Probleme recht unkomplizierte Lösungen“, erzählt sie.

Lingg erinnert sich an erschöpfte kanadische Skispringer, die erst um 2 Uhr auf Irrwegen zur Tournee anreisten. Sie wartete geduldig mit dem Schlüssel fürs Quartier und organisierte für die hungrigen Sportler noch ein Mahl nach Mitternacht. Und Lingg sorgte ebenso dafür, dass der Paradiesvogel des Skisports, „Eddie, the eagle“, Familienanschluss bei ihren Freunden Rosmarie und Mothes Schöll erleben durfte. „Mit Schlafplatz und Service für Skier und Skischuhe für diesen im Weltcup-Zirkus völlig unerfahrenen Sportsfreund“, berichtet sie. All das Engagement der heute 78-Jährigen wäre ohne einen starken Mann im Hintergrund nicht denkbar gewesen, weiß Hanne Lingg. Ihr Gatte, Max Lingg – langjähriger Leiter des Shuttle-Dienstes – hielt seiner Frau Hanne nicht nur über die Jahre stets den Rücken frei. Max Lingg spielte auch nicht selten für seine Ehefrau das persönliche Shuttle im Rahmen der Großveranstaltungen.

Lingg wiederum gab das gerne zurück und bei so viel Gastfreundschaft war es auch nicht verwunderlich, dass sie während der Weltmeisterschaft 2005 zu unerwarteten Ehren kam. Von der Einladung des schwedischen Königs Carl Gustav zu einem Whiskey an der Hotelbar im Exquisit erzählt sie heute noch amüsiert. Ein guter Whiskey zählt seither trotzdem nicht zu ihren Lieblingsgetränken. Mit den Freunden und Kollegen von der SVG wird sie zum Abschied wohl eher ein Gläschen Sekt heben. „Mit ein bisschen Wehmut“, sagt Hanne Lingg. Und die Mutter der Kompanie ergänzt: „Aber mit viel Zuversicht, dass die Jungen es gut machen.“

Text: Elke Wiartalla, Allgäuer Anzeigeblatt 15.02.2019

am 17.02.2019

Lundby gewinnt auch WM-Generalprobe

Siegerehrung Skiflug-weltcup Damen 17.02.2019

Norwegerin springt in Oberstdorf neuen Schanzenrekord und feiert ihren 22. Weltcup-Sieg. Aus einem starken deutschen Team sticht Juliane Seyfarth als Zweite heraus

Gegen Maren Lundby ist zur Zeit kein Kraut gewachsen. Auch im zweiten Weltcup-Springen auf der Großschanze in der Oberstdorfer Audi Arena setzte sich die 24-jährige Norwegerin an die Spitze. Ihrem Sieg vorausgegangen war vor 2500 begeisterten Zuschauern ein Sprung-Krimi, in dem auch die deutschen Athletinnen Juliane Seyfarth und Katharina Althaus Hauptrollen spielten. Im Drehbuch enthalten waren der Wunsch auf einen Heimsieg für Katharina Althaus, der Kampf der beiden Deutschen gegen die Norwegerin, ein Schanzenrekord auf 135,5 Meter und die Japanerin Sara Takanashi, die sich mit einem tollen zweiten Sprung noch an der Lokalmatadorin vorbeischieben konnte und damit nach ihren Sieg in Ljubno auch in Oberstdorf wieder auf dem Podest stand.

Sechs von neun deutschen Springerinnen waren in den zweiten Durchgang gekommen, der an Dramatik kaum zu überbieten war. Schon im ersten Durchgang hatte Lundby mit einem Sprung auf 135,0 Meter einen neuen Schanzenrekord gesprungen. Ihr hartnäckig auf den Fersen folgte Juliane Seyfarth, die mit einer Weite 132,0 Metern nur zwei Punkte hinter der Weltcup-Führenden lag. Die derzeit größte deutsche Hoffnung, Katharina Althaus vom Skiclub Oberstdorf, musste sich vorerst mit Rang 3 zufriedengeben. Nach ihrem Sprung auf 120,0 Meter hatte sie es mit einem Abstand von 12,6 Punkten schwer, den Anschluss zur Spitze zu halten. Chiara Hölzl (AUT) war zwischenzeitlich Vierte, Sara Takanashi lag als Fünfte 21,7 Punkte zurück.

Im zweiten Durchgang kratzte Juliane Seyfarth an der Überlegenheit von Lundby, indem sie deren gerade erst aufgestellten Schanzenrekord einstellte. Ein Riesensprung auf 135,0 Meter brachte ihr den Jubel des Publikums. Doch die Norwegerin setzte noch einen drauf. Sie bereitete mit einem Satz auf 135,5 Meter und dem erneuten Schanzenrekord und einem deutlichen Vorsprung von 9,4 Punkten vor Seyfarth den deutschen Hoffnungen auf einem Heimsieg ein Ende. Katharina Althaus, am Vortag nur um 0,4 Punkte an Lundby gescheitert, verpasste diesmal um 0,6 Punkte einen Podestplatz.

Mit dem neunten Sieg im 17. Weltcup dieser Saison baute Lundby ihren Vorsprung im Gesamtweltcup auf fast 300 Punkte aus. Mit 1368 Zählern führt die Norwegerin vor Katharina Althaus mit 1073 und Sara Takanashi mit 916 Punkten. Nach der WM in Seefeld folgen mit der Raw Air in Skandinavien sowie den Springen in Nizhny Tagil und Chaikovsky in Russland noch sieben Weltcup-Springen.

Die weiteren deutschen Platzierungen:
7. Platz: Carina Vogt (SC Degenfeld), 13. Platz Ramona Straub (SC Langenordnach), 18. Platz Svenja Würth (SV Baiersbronn), 19. Platz Anna Rupprecht (SC Degenfeld).
Selina Freitag (SG Nickelhütte Aue), Agnes Reisch (WSV Isny) und Pauline Hessler (WSV Lauscha) erreichten den zweiten Durchgang nicht.

am 17.02.2019

Stimmen nach dem zweiten Wettkampftag

Juliane Seyfahrt (WSV 07 Ruhla)

Maren Lundby - Tolles Wetter, tolle Kulisse, einfach perfekt

Maren Lundby (1. Platz; Norwegen): „Ich hatte ein paar tolle Wochen. Hier in Oberstdorf ist ein so tolles Wetter, eine tolle Kulisse, einfach perfekt.
Das war wieder ein erstaunlicher Tag für mich. Mir sind auf dieser wirklich tollen Schanze zwei richtig gute Sprünge gelungen. Das macht mich richtig happy. Und ja, ich bin in einer richtig guten Form so kurz vor der WM. Es tut mir echt ein bisschen leid, dass ich hier zweimal den Partycrasher gemacht habe. Das waren zwei extrem knappe Wettbewerbe. Katharina hat mir zu Saisonbeginn den Sieg in Lillehammer weggeschnappt und jetzt habe ich eben hier in Oberstdorf gewonnen. Das ist ein enger Fight zwischen uns beiden. Da muss ich echt aufpassen.
Ich bin noch nie auf der kleinen Schanze von Seefeld gesprungen, das wird sicher eine neue Erfahrung für mich. Und trotzdem fühle ich mich bereit, dort anzugreifen. Wenn ich ehrlich bin, springe ich lieber auf Großschanzen, aber die Seefelder Kleinschanze gehört eher zu den größeren, das könnte mir entgegenkommen.“

Juliane Seyfarth (2. Platz, WSV Ruhla 07): „Es hat hier mega viel Spaß gemacht. Ich mag es viel lieber, von der Großschanze zu springen. Ich bin eigentlich gar nicht so überrascht über diese Top-Platzierung, denn ich habe es heute geschafft, dass ich die Korrekturen der Trainer umgesetzt und es deutlich besser gemacht habe als gestern. Meine Sprünge am Samstag bei Rückenwind waren mit zu wenig Wirkung und mit zu wenig Höhe. Das habe ich heute viel besser gemacht. Es war heute wirklich ein Traum zu springen, ein Lob an alle, die die Schanze so toll hergerichtet haben.
Selbstläufer sind meine Sprünge noch nicht, ich muss mich auf jeden einzelnen konzentrieren. Ich hab auch vor jedem Sprung auch mein Wettkampf-Kribbeln wieder und muss den Sprung von Neuem gut ansteuern. Ich glaube, wir können ganz entspannt an die WM rangehen.
Wir haben den Team-Wettbewerb als Einstieg in die WM und freuen uns alle darauf und haben alle viel Spaß beim Springen. Da kann nicht viel schiefgehen.“

Sara Takanashi (3. Platz, Japan):
„Für mein Level, das ich momentan springe, bin ich sehr froh, überhaupt auf dem Podest zu stehen. Von daher ist das Resultat gut für mich. Ich sehe, dass es rechtzeitig vor der WM aufwärts geht. Ich habe ja in dieser Saison bei Null angefangen, deshalb schaue ich momentan nicht nur auf die Ergebnisse. Aber es ist ja klar, dass ich bei der WM mein Bestes geben will. Maren Lundby scheint wirklich unschlagbar, aber auch die anderen Springerinnen, wie Katharina Althaus oder Juliane Seyfarth, sind ihr sehr nahe gekommen. Das heißt, es ist schon möglich, sie zu bezwingen.“ *

Carina Vogt (Platz 7, SC Degenfeld):
„Die Ergebnisse sind ganz okay. Zufrieden bin ich trotzdem nicht, weil ich in keinem Wettkampf-Sprung das gezeigt habe, wie ich letzte Woche im Training hier gesprungen bin. Das ist irgendwie schon ärgerlich. Kann es momentan aber nicht ändern. Ich schaue halt, dass ich es in der kommenden Woche hier bei den letzten Trainingseinheiten vor der WM über die Anzahl der Sprünge wieder hinbekomme.
Weiß nicht, warum es nicht geklappt. Vielleicht liegt es daran, dass ich körperlich nicht ganz so fit bin wie am Mittwoch. War am Tisch eigentlich bei jedem Sprung so spät. Viele glauben grad zu wissen, dass ich zu viel will. Wenn das so den Eindruck erweckt, dann nehme ich das so an. Ich selbst habe das Gefühl nicht, weil ich ja schon gezeigt habe, dass ich es auch im Wettkampf hinbekomme und aufs Podest gesprungen bin.
Klar, letztendlich wäre es mir schon lieber, wenn ich auch jedes Mal da ganz vorne wäre, aber rein mannschaftlich freue ich mich riesig auf diese WM, die mit dem Team-Wettbewerb für uns los geht. Ich weiß, dass ich ein gutes Team um mich rumhabe und wir um eine Medaille springen. Und dann hoffe ich, dass irgendwie eine WM-Stimmung aufkommt und ich in einen Flow komme.“

Ramona Straub (13. Platz, SV Langenordnach): „Gestern war es sehr schade, dass mir 21,7 Windpunkte abgezogen wurden. Das konnte ich nicht mehr aufholen. Im Zweiten hatte ich weniger Probleme mit der Höhe. So einen Sprung könnte ich ausfliegen, wenn der Ski bei mir bleibt. Das hat er aber nicht getan. Im Ganzen bin ich froh, dass ich in dieser Saison so zurückgekommen bin. Das war ja nicht von vorn herein klar. Oberstdorf und die Atmosphäre hier sind cool. Das ist meine zweite Heimat, ich habe hier drei Jahre gewohnt, wir trainieren hier oft und man kennt sich einfach aus. Vor so einer Kulisse wie heute zu springen, das würde man sich immer wünschen. Jetzt bin ich gespannt auf Seefeld, ich kann das noch nicht einschätzen.“

DSV-Bundestrainer Andreas Bauer: „Gegen Maren Lundby ist im Moment kein Kraut gewachsen. Wir haben alles probiert und einen tollen Sport gezeigt. Gerade Juliane Seyfarth hat hier zwei tollen Sprünge gemacht. Bei der WM springen unsere Mädchen um die Medaillen mit. Mit Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Carina Vogt haben wir drei Eisen im Feuer. Hoffen wir, dass einer der Joker sticht. Neben Ramona Straub werden wir wohl noch Anna Rupprecht mitnehmen. Sie hat sich mit fünf Platzierungen gegen Svenja Würth durchgesetzt.“

am 16.02.2019

Winzige Windböe verhindert Heimsieg von Althaus

Siegerehrung Skisprung-Weltcup 16.02.2019

Beim ersten von zwei Weltcups triumphiert Norwegerin Lundby mit einem Vorsprung von 0,4 Punkten vor der Lokalmatadorin

Nicht um einen Wimpernschlag, sondern um einen Hauch Rückenwind weniger hat Skispringerin Katharina Althaus vom Skiclub Oberstdorf ihren ersten Heimsieg bei einem Weltcup verpasst. Die 22-jährige Silbermedaillengewinnerin von Pyeongchang musste sich – ebenso wie bei Olympia und der gestrigen Qualifikation– nur ihrer Dauerrivalin Maren Lundby aus Norwegen geschlagen geben. Die Winzigkeit von 0,4 Punkten (oder umgerechnet 22 Zentimeter) entschied zugunsten der Gesamtweltcupführenden, die konstant auf 126 und 125,5 Metern sprang. Während Althaus als Führende nach dem ersten Durchgang (124,5 Meter) im zweiten die Tagesbestweite von 128 Meter erzielte, rechneten nicht nur die 2300 Zuschauer in der Oberstdorfer Audi Arena mit einem Triumph von Althaus, sondern die Athleten selbst auch. „Als ich über die grüne Linie gesegelt bin, dachte ich schon, dass es reicht“, sagte Althaus. Doch wie DSV-Bundestrainer Andreas Bauer aufklärte, war es eine kleine Windböe am Schanzentisch, die diesen extrem spannenden Wettkampf zugunsten von Lundby entschied. Althaus bekam 6,1 Windpunkte, die Norwegerin dagegen 12,9 Punkte. Etwas überraschend auf Rang drei landete die Slowenin Ursa Bogataj mit Sprüngen auf 114,5 und 120,5 Meter. Die Seriensiegerin von Oberstdorf, Sara Takanashi aus Japan, ging nach sechs ersten Plätzen in Folge diesmal als Vierte leer aus.
Althaus war über ihren ersten Podestplatz in ihrem Wohnzimmer dennoch sehr glücklich: „Ich sehe, dass ich in einer super Form bin und werde morgen nochmal richtig Gas geben.“
Erfreulich aus deutscher Sicht: In den Top Ten landeten neben Althaus auch noch Juliane Seyfarth (6.), Carina Vogt (8.) und Ramona Straub (9.). Svenja Würth hat sich mit Platz 22 nicht für ein Last-Minute-Ticket für die WM in Seefeld empfohlen, Anna Rupprecht, die als 24. ebenso hinter den Erwartungen blieb, hat im bisherigen Saisonverlauf die besseren Platzierungen für sich verbucht. Weltcup-Punkte sammelten auch Agnes Reisch aus Missen-Wilhams und erstmals auch Selina Freitag auf den Rängen 25 und 28. Beide trainieren am Stützpunkt Oberstdorf.

am 16.02.2019

Stimmen nach dem ersten Wettbewerb

Katharina Althaus (SC Oberstdorf)

Katharina Althaus zufrieden mit ihrer Leistung beim Heimweltcup

Maren Lundby , (1. Platz, Norwegen):
„Das war ein knapper Wettbewerb, Katharina sitzt mir immer im Nacken. Sie ist so stark und für sie ist es schade, dass sie auf ihrer Heimschanze nicht gewonnen hat. Der Sieg so kurz vor Seefeld ist nochmal wichtig fürs Selbstbewusstsein. Ich geh jetzt mit einem guten Gefühl zur WM. Aber wir fliegen erst noch einmal nach Hause. Dort wird eine Woche trainiert und dann geht es nach Seefeld.“

Katharina Althaus, (2. Platz, Skiclub Oberstdorf):
„Ein Heimsieg wäre die Krönung gewesen. Ich freue mich aber auch über den zweiten Platz. Es ist schon etwas Besonderes, wenn du als Letzte auf der Heimschanze oben hockst und das halbe Dorf, die Familie und der Freund zuschaut. Es war knapp und irgendwann werden wir heute nochmal gucken, woran es gelegen hat. Aber wir sollten nicht auf hohem Niveau meckern. Ich hatte einen wirklich guten Sprung. Jetzt geht es ins Hotel, ein bisschen was essen, dann Videoanalyse und dann das Ganze ruhig ausklingen lassen. Morgen ist ein neuer Tag. Ich fühl mich richtig gut und habe eine gute Form, erstmal für den zweiten Heimweltcup und dann für Seefeld“

Ursa Bogataj (3. Platz, Slowenien):
„Ich bin sehr glücklich über das zweite Weltcup-Podest nach dem 3. Platz in Ljubno. Maren und Katharina sind die einfach die Besten. Aber ich bin auch in guter Form, so wie unser ganzes Team. Die Zuschauer in Oberstdorf sind so toll und ich habe mich fast so gefühlt wie zuhause in Ljubno. Letztes Jahr bin ich hier in Oberstdorf schon auf den 5. Platz gesprungen, da allerdings auf der Normalschanze. Dass es auf der großen Schanze auch so gut klappt, habe ich nicht erwartet.“

Agnes Reisch (25. Platz , WSV Isny):
„Das war mein erster Weltcup-Einsatz seit dem vergangenen Jahr in Oberstdorf. Meine Leistung war relativ gut, vor allem im Training lief es. Im Wettkampf habe ich dann etwas zu viel gewollt. Ich hatte gehofft, unter die 30 zu kommen, darum bin ich sehr zufrieden. Für Seefeld wird es ein bisschen eng, Svenja Würth ist stark und Anna Rupprecht auch besser als ich. Ich würde mich freuen über ein paar Starts im Weltcup und wenn das nichts wird, kann ich ein bisschen mehr lernen für mein Abitur.“

DSV-Bundestrainer Andreas Bauer:
Über Carina Vogt (8.Platz/SV Degenfeld): „Carina wollte heute zu viel. Sie hat im Training gute Sprünge gezeigt und wollte danach das Quäntchen mehr. Sie muss eine Spur geduldiger werden, dann passiert auch wieder ein Podest. Der Abstand zu Maren und Katharina war heute zu groß, aber auf den 3. Platz hin war alles möglich.
Über Katharina Althaus (2. Platz/SC Oberstdorf): „Für Katharina freut es mich, dass sie vor dieser Kulisse diese Leistung gebracht hat. Sie hat sich nach der Silbermedaille im letzten Jahr noch positiver weiterentwickelt. Ihre Persönlichkeit ist gewachsen. In den Qualis von Hinzenbach und Ljubno hat sie gezeigt, dass sie Maren absolut ebenbürtig ist. Eine Woche vor Beginn der WM ist sie in absoluter Topform.
Über Ramona Straub (9.Platz/SC Langenordnach): Von Ramona bin ich total positiv überrascht, wenn man den ersten Sprung betrachtet. Was sie drauf hat, ist unglaublich, nur das Ganze ist noch nicht so filigran und ausgereift. Da haut sie einen raus und kann dann nichts mit dieser Höhe und Weite anfangen.
Über Juliane Seyfarth (6. Platz /WSC Ruhla 07): Juliane ist heute unter Wert geschlagen. Ihre Sprünge waren nicht ganz so sauber. Sie ist nicht die beste Abspringerin, aber fliegen kann sie.
Über Perspektiven für Seefeld: Wir legen nächste Woche in Oberstdorf noch zwei Trainingstage ein. Das gute Gefühl, auch bei Katharina Althaus, muss erhalten werden. In Seefeld könnte es einen heißen Kampf geben. Aber nicht nur Katharina und Maren sind dabei. Auch Daniela Iraschko-Stolz kommt sicher strak zurück. Und Sara Takanashi will sicher auch endlich mal bei einer WM etwas gewinnen.

am 16.02.2019

Doppelsieg für Clemens Aigner

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Zweiter Continental Cup bringt auch Pius Paschke wieder einen Platz auf dem Podest

Doppelsieg für Clemens Aigner. Auch den zweiten Wettkampf in Continental-Cup in der Audi Arena gewann der Österreicher. Der 26-Jährige, der schon gestern ganz oben auf dem Podest stand, setzte sich mit Weiten von 131,5 m und 133,0 m (300,5 P) gegen den Slowenen Tilen Bartol (135,5 m/132,0 m, 298,0 P) und den Deutschen Pius Paschke (130,5 m/129,0 m; 295,9 P) durch. Bereits im ersten Durchgang hatte das Spitzentrio einen soliden Abstand gegenüber den nächstfolgenden Justin Rok (SLO) und Robin Pedersen (NOR).
Fast hundert eiserne Zuschauer hatten nach dem Weltcupspringen der Frauen in der Audi Arena ausgeharrt, um auch beim „Zweitliga“-Wettkampf der Männer mit zu fiebern. Sie erlebten an diesem klaren, kalten Winterabend viele gute Leistungen, eine längere Unterbrechung nach dem Sturz des Japaners Yuken Iwasa und schließlich den neuerlichen Sieg von Clemens Aigner.
Sechs Deutsche waren in diesem Wettbewerb an den Start gegangen. Bis auf Luca Roth (SV Meßstetten) hatten alle DSV-Athleten den Finaldurchgang erreicht. Ihr Bester war heute Pius Paschke (WSV Kiefersfelden), der in Oberstdorf lang gelebt und trainiert hat und gestern bereits als Dritter auf dem Podium gestanden hatte.
Die weiteren deutschen Platzierungen: Moritz Baer (8. Platz, SF Gmund-Dürnbach); Felix Hoffmann (Platz 12; SWV Goldlauter), Justin Lisso (24. Platz; WSV Schmiedefeld); Philipp Raimund ( 25. Platz, SC Oberstdorf).

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