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Was gibt es Neues rund um die Audi Arena Allgäu Oberstdorf?

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am 21.12.2018

Musikalisch weht der Wind

Cover Tourneesong 2018

„Dein Wind“ von Alexander Jahnke ist Tourneesong 2018/19

Alexander Jahnke ist der Music-Act bei der 67. Vierschanzentournee. Der 31-jährige präsentiert mit „Dein Wind“ den offiziellen Tournee-Song in diesem Winter. Bekannt wurde Jahnke als zweiter Sieger bei der Casting-Show DSDS 2017. Seither ist der Musiker mit vielen Live Acts erfolgreich und außerdem als Musicalstar unterwegs. Jahnke spielt die Hauptrolle des „Danny Zuko“ in der laufenden Neuproduktion des Musicals „Grease“.

„Dein Wind“ ist für alle Skisprungfans live vor Ort zu hören, unter anderem bei der offiziellen Eröffnung der 67. Vierschanzentournee am 28. Dezember im Nordic Park. Auch bei der Siegerehrung des Auftaktspringens am 30. Dezember wird Alexander Jahnke in der mit 25.500 Zuschauern voll besetzen WM-Skisprung-Arena am Schattenberg auftreten.

„Dein Wind“ steht auch in sämtlichen Musik-Download-Plattformen zum Download. Der Song ist in zwei Versionen erhältlich, und zwar in einer Rock- und einer Remix-Version.

Produziert wurde der Tourneesong 2018/19 erneut von Ansgar Huppertz und Alexander Jahnke.

am 21.12.2018

Vierschanzentournee gesichert

Die Schneeberge im Skisprungstadion

Organisatoren geben Grünes Licht für Skisprung-Spektakel

Das erste große Skisprung-Spektakel des Winters ist gesichert: Am Dienstag gaben die Veranstalter grünes Licht für die 67. Vierschanzentournee, die vom 29. Dezember bis zum 6. Januar in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen stattfindet.

„Wir haben allen vier Austragungsorten genügend Schnee und beginnen bereits mit der Präparierung der Schanzen“, erklärt Johann Pichler aus Bischofshofen, Präsident der Vierschanzentournee.

Auch am Auftaktort Oberstdorf laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Die kalten Nächte in der vergangenen Woche kamen gerade recht, damit wir jetzt in der Woche vor Weihnachten die Anlage optimal herrichten können“, erklärt Dr. Peter Kruijer, der Vorsitzende des Skiclubs Oberstdorf und Chef des Organisationskomitees im Allgäu.

Der Run auf die Vierschanzentournee ist dabei ungebrochen. Für das Auftaktspringen gibt es nur noch Karten für die Qualifikation und auch in allen anderen Orten ist der Andrang groß: „Der Vorverkauf boomt wie nie zuvor“, sagt Michael Maurer, Vorsitzender des Skiclubs und OK-Chef in Partenkirchen. Nach dem Tourneeauftakt in Oberstdorf jubelten die Fans im vergangenen Jahr auch beim Neujahrsskispringen in einem voll besetzten Olympiastadion den weltbesten Skispringern zu. Auch in diesem Winter erwarten die Organisatoren bei den Wettkämpfen insgesamt über 100.000 Zuschauer.

Die Favoriten sind in diesem Jahr bunt gemischt. Der Saison-Shooting-Star und Weltcupführende, Ryoyu Kobayashi, kommt aus Japan, hinter ihm folgen mit Piotr Zyla und Kamil Stoch zwei Polen und der Deutsche Skiverband hat mit dem Oberstdorfer Lokalmatador Karl Geiger und Stephan Leyhe zwei ganz heiße Eisen im Feuer. Geiger gewann am Wochenende bei der Tournee-Generalprobe in Engelberg sein erstes Weltcupspringen und fährt entsprechend motiviert in die Heimat. Team Norwegen ist mit Johann Andre Forfang und Robert Johannson ebenfalls in den Top Ten des Weltcups vertreten.

„Jetzt müssen nur noch unsere Adler nachlegen und in Tourneeform kommen“, sagt Alfons Schranz, Vorsitzender des Sport-Clubs Bergisel in Innsbruck. Die Hoffnungen der ÖSV-Adler ruhen auf Stefan Kraft (derzeit 13. im Weltcup) und Daniel Huber, der am ersten Wettkampftag in Engelberg als Dritter aufs Podium sprang.

Mit dem Print@Home-Service können Skisprungfans ihre Karten sicher online unter tickets.vierschanzentournee.com bestellen und bequem zu Hause ausdrucken. Auch heuer warnen die Organisatoren wieder vor unseriösen Anbietern, die Tickets zwar regulär erwerben, diese aber später zu überteuerten Preisen im Internet anbieten. „Wer auf Nummer sicher gehen will, der bestellt direkt im offiziellen Print@Home-Ticketshop der Tournee“, rät Pichler.

Text: Ingo Jensen

am 18.12.2018

Es bleibt viel Geld liegen

Auftaktspringen der 65. Vierschanzentournee

Insgesamt geben Besucher und Urlauber pro Tag zwischen einer und zwei Millionen Euro aus. Was die Großveranstaltung langfristig bringt, ist aber nicht untersucht

Am 30. Dezember ist es wieder soweit: Oberstdorf befindet sich im Ausnahmezustand. Die weltbesten Skispringer katapultieren sich zum Auftakt der 67. Vierschanzentournee im Skisprungstadion unterhalb des Schattenbergs über den Bakken. In der Arena fiebern 27 000 Zuschauer mit, an den Fernsehgeräten und im Internet verfolgen Millionen Menschen das Spektakel. Die Gästebetten in Oberstdorf und Umgebung sind ausgebucht, die Cafés übervoll, Supermärkte, Souvenierläden und Klamottenläden ebenso. Die Urlauber und Skisprung-Fans lassen rund um die Großveranstaltung viel Geld liegen.

Was bleibt unterm Strich bei diesem Spektakel liegen – kurzfristig und langfristig? Genau kann das niemand sagen. Nach Gesprächen mit Experten kristallisiert sich folgende Größenordnung heraus: Pro Tag der Vierschanzentournee – also bei Qualifikation und Wettkampf – sind es jeweils zwischen einer und zwei Millionen Euro. Es gibt eine Untersuchung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (Dwif) München mit dem Titel „Wirtschaftsfaktor Tourismus für das Allgäu“ aus dem Jahr 2016. Demnach gibt ein Tagesgast ohne An- und Abreisekosten knapp 30 Euro aus, ein Übernachtungsgast pro Nacht gut 113 Euro. Und zwar zu ganz normalen Zeiten. Während einer Großveranstaltung erhöhen sich diese Beträge erheblich. Die Allgäu GmbH, die sich unter anderem um die Vermarktung der Region kümmert, macht für die Vierschanzentournee in Oberstdorf folgende vorsichtige Rechnung auf: Die Skisprungarena ist am 30. Dezember ausverkauft. Durchschnittlich kostet ein Ticket 18,25 Euro. Hinzu kommen Essen und Trinken sowie vor und nach der Veranstaltung das Bummeln und Einkaufen in Oberstdorf. Da dürfte der Tagessatz pro Person am Ende eher bei 50 Euro als 30 Euro liegen. Aber belassen wir es mal bei den 30 Euro. Das sind bei 27 000 Zuschauern 810 000 Euro. Oberstdorf ist zwischen Weihnachten und Neujahr ausgebucht, alle 11 400 Betten sind belegt. Multipliziert mit den 113 Euro für einen Übernachtungsgast sind das knapp 1,3 Millionen Euro. Zählt man die 810 000 Euro der Tagesgäste hinzu, ergibt das 2,1 Millionen Euro.

Natürlich kommen nicht alle Übernachtungsgäste wegen des Skispringens. Aber setzt man auch nur einen Bruchteil der Urlauber an, die extra wegen der Vierschanzentournee Zimmer buchen, dann dürfte die Wertschöpfung immer noch bei mindestens einer Million Euro liegen. Und das ist nur die Zahl für Oberstdorf. Viele der Skisprung-Fans kommen gar nicht in dem Ort unter und nächtigen woanders. Sodass am Ende doch wieder die gut zwei Millionen Euro angesetzt werden könnten, die der Auftakt der Vierschanzentournee der ganzen Region pro Tag bringt. Später kommen sie als Urlauber. Das Geld ist das eine. Aber viel wichtiger ist den Verantwortlichen der langfristige Werbeeffekt. Dr. Peter Kruijer, Vorsitzender des Skiclubs Oberstdorf, der die Vierschanzentournee unterm Nebelhorn organisiert, sagt: Viele Menschen, die das Skispringen oder auch Langlauf-Events im Fernsehen gesehen haben, kämen später als Urlauber hierher. Das wisse man aus Gästebefragungen. Ähnliche Erfahrungen macht Robert Frank, Chef des Parkhotels Frank: „Viele unserer Gäste sind durch die Fernseh-Übertragungen erst auf Oberstdorf und die Region als Urlaubsziel aufmerksam geworden.“

Veranstaltungen wie die Vierschanzentournee bringen also kurzfristig eine Stange Geld, wovon nicht nur Gastronomen profitieren. Noch wichtiger aber scheint der Langzeiteffekt zu sein. TV-Events steigern den Bekanntheitsgrad eines Ortes und vermitteln ein positives Image. Das ist dann für viele Menschen ein Grund, sich den Schauplatz anzuschauen. Diese Tatsache in Euro zu messen, ist aber äußerst schwierig, sagt Stefan Sprinkart, Regionalgeschäftsführer Allgäu der Industrie- und Handelskammer Schwaben. Dazu gibt es noch keine Studie. Übrigens auch nicht darüber, wie viele Menschen abgehalten werden von Großveranstaltungen, weil sie den Trubel fürchten. Das ist jedoch für die Veranstalter ein vernachlässigbarer Aspekt. Denn mehr als voll geht ohnehin nicht.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 18.12.2018

am 18.12.2018

Vinzenz Geiger ist Newcomer des Jahres 2018

Newcomer des Jahres

Bei der Gala "Sportler des Jahres 2018" wurde Vinzenz Geiger zum "Newcomer des Jahres" gekürt.

Die zum zweiten Mal vergebene Auszeichnung hatte die GlücksSpirale-Zusatzlotterie "Die Sieger-Chance" gestiftet. Sie ist mit je 8000 Euro für Geiger und dessen Heimatverein, den SC 1906 Oberstdorf, dotiert. Der Nordische Kombinierer hatte 2018 bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang Gold im Mannschaftswettbewerb geholt.

Überreicht wurden Geiger die beiden Schecks durch Friederike Sturm, Federführerin der GlücksSpirale im Deutschen Lotto- und Totoblock, sowie seinem Teamgefährten und Vereinskameraden Johannes Rydzek, dem "Sportler des Jahres 2017".

"Jung, sympathisch und schon Olympiasieger. Vinzenz Geiger hat unseren Preis für seine herausragenden Leistungen im Jahr 2018 absolut verdient", kommentiert Friederike Sturm die Wahl des 21-jährigen Allgäuers, der seinen Erfolg bescheiden kommentiert:" Es ist immer noch ein bissle komisch, wenn der Ski-Nachwuchs mich als Olympiasieger anspricht. Aber es ist auf jeden Fall ein schönes Gefühl!"

Friederike Sturm strich heraus, dass die GlücksSpirale dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), den Landessportbünden und der Deutschen Sporthilfe eng zur Seite steht. "Seit ihrer Gründung im Jahr 1970 hat die GlücksSpirale den deutschen Sport mit über einer dreiviertel Milliarde Euro unterstützt", so die Präsidentin von LOTTO Bayern.

Text/Foto: Lotto Bayern

am 17.12.2018

Der neue Siegspringer schenkt aus

Karl Geiger vom Skiclub Oberstdorf steht nach 106 Weltcup-Einsätzen zum ersten Mal ganz oben auf dem Treppchen. Das kostet traditionell eine Runde.

Erfolg verpflichtet. Das weiß Karl Geiger schon lange. Schließlich hat der Oberstdorfer bereits vor sechs Jahren sein Debüt im Weltcup gegeben. Seitdem hat der 25 Jahre alte Skispringer an 106 Weltcupspringen teilgenommen. Als Ergänzungsspringer, wie Bundestrainer Werner Schuster ihn wie auch Stephan Leyhe (Willingen) immer wieder genannt hat. Auf der Titlisschanze in Engelberg ist ist aus dem Ergänzungsspringer Karl Geiger der Siegspringer Karl Geiger geworden. 141 Meter weit war er geflogen. Damit konnte er sich von Platz fünf nach Durchgang eins auf Platz eins verbessern. Und am zweiten Wettkampftag ließ er beim Sieg des Weltcupführenden Ryoyu Kobayashi Platz vier folgen.

Das Grinsen war nach dem Erfolg nicht mehr aus dem Gesicht des blonden Allgäuers gewichen. „Jetzt gibt’s ne Runde Bier, das ist Tradition nach dem ersten Sieg oder Podestplatz“, sagte er, nachdem er die Siegerehrung genossen und den schließenden Medienmarathon absolviert hatte. Geiger hat dieses Ritual schon häufig erlebt. Ausgeben hat er jedoch nur einmal gemusst. Im Sommer in Rasnov (Rumänien) hat er zwei Springen gewonnen. Für den Bundestrainer war dies ein Schlüsselerlebnis. „Das war schon ein besonderes Erlebnis“, sagt der Sportler. Auf einmal hat Geiger gemerkt, dass er das Zeug zum Siegen hat. Dabei hatte der Springer dies von Anfang an auf dem Plan. „Ich hätte gerne gleich gewonnen, als ich in den Weltcup gekommen bin“, erzählt er. Oder wie er es auch mal ausdrückt: „Ich habe versucht die Abkürzung zu nehmen. “Dabei habe er jedoch vergessen, dass sich Erfolg nur nach Arbeit einstellt. „Dann fliegt man auf die Fresse“, lautet seine Erkenntnis.

Während Geiger über die Anfänge seiner Karriere erzählt, sitzt Schuster direkt neben ihm und beobachtet seinen Athleten aufmerksam, beinahe mit dem Blick eines stolzen Vaters. „Bei Karl ist es richtig erarbeitet. Man kann es sich erarbeiten“, sagt der Coach. Dann nimmt er sowohl Geiger als auch Leyhe, seine beiden konstantesten Springer in diesem Winter, in die Pflicht. „Ich hoffe, sie bleiben frech und bleiben vorne und warten nicht, bis sie wieder von Richard Freitag und Andreas Wellinger überholt werden.“ Beide haben noch mit kleineren Fehlern in ihrem Flugsystem zu kämpfen. „Die Verbindung bei den Sprüngen funktioniert“, sagt Freitag und meint, dass er nach dem Absprung nicht schnell genug in die richtige Position kommt.

Und bei Olympiasieger Wellinger folgt auf einen guten Sprung wieder ein schwächerer. „Ich schaffe es momentan nicht ganz, den Absprung aus den Beinen zu machen. Dadurch fehlt Höhe und Geschwindigkeit“, erklärt er seine unkonstanten Vorstellungen. Nur gut, dass es Karl Geiger und Stephan Leyhe gibt. Beide haben sich in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt entwickelt. „Ich würde sagen, dass ich noch die kleineren Schritte mache als der Karl“, sagt der Willinger, der nach Patz zwei zum Saisonstart in Wisla auch schon eine Runde Bier ausgeben musste. Nach vielen Tippelschritten haben sie nun die Rolle der Vorspringer übernommen.
Dabei liegt ihnen diese eigentlich gar nicht so.

„Ich bin eher von der ruhigeren Art“, sagt der Allgäuer. Und könnte damit auch Leyhe meinen. Dass nun die Vierschanzentournee ansteht, schreckt die beiden keineswegs. Durch ihre Erfolge haben sie genügend Selbstbewusstsein. „Dieses Jahr kann ich entspannter reingehen, weil ich weiß, dass ich es kann“, sagt Geiger. Seit dem Erfolg 2002 von Sven Hannawald wartet das deutsche Team auf den nächsten Gesamtsieg bei dieser imageträchtigen Veranstaltung. „Bei der Tournee gibt’s immer wieder besondere Geschichten“, sagt Schuster. Er denkt dabei an Thomas Diethart, den Sieger 2014. Dann fügt er an: „Vielleicht schreibt sie Stephan Leyhe.“ Doch bis dies möglicherweise passiert, freut sich Coach über den Premierensieg von Karl Geiger. Und dessen Runde Bier. „Die Sportler bekommen ein kleines, die Trainer und Betreuer ein großes.“ Auch das ist Tradition.

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 17.12.2018

am 17.12.2018

Neuigkeiten, Änderungen und viel Routine

Die Schneeberge im Skisprungstadion

Ressort- und Bereichsleitersitzung für Oberstdorfer Sportgroßveranstaltungen in der „Erdinger Sportalp“

Pünktlich zur Ressort- und Bereichsleitersitzung in der „Erdinger Sportalp“ war es winterlich geworden in Oberstdorf, was Entspannung für all jene bedeutete, die sich schon wochenlang mit der Vorbereitung der Vierschanzentournee und der Fis-Tour de Ski beschäftigen. Etliche Helfer hatten da schon eine Marathonsitzung zum wichtigen Thema „Sicherheit“ hinter sich. Neuigkeiten bei Personalien, bei Streckenführungen und vieles, was für die rund 50 anwensenden Ressort- und Bereichsleiter inzwischen Routine ist, wurde nach einem gemeinsamen Essen besprochen und notiert. Zudem boten der Geschäftsführer der SVG, Florian Stern und der SCO-Vorsitzende, Dr. Peter Kruijer, einen kurzen Überblick über alle weiteren anstehenden Veranstaltungen dieses Winters, verbunden mit dem Dank an alle Ehrenamtlichen für deren bisherigen und zukünftigen Einsatz.

am 14.12.2018

Abtauchen kommt nicht infrage

Langläuferin Nicole Fessel muss wegen einer Fußsohlen-Entzündung weiter pausieren. Gedanken an einen Rücktritt verdrängt die 35-Jährige beim Strampeln im Hallenbad.

Für Nicole Fessel sind es Tage voller Frust und Verzweiflung. Während ihre Nationalmannschaftskolleginnen zuletzt in Norwegen um Weltcup-Punkte kämpften, saß die 35-jährige Langläuferin des Skiclubs Oberstdorf zuhause und verfolgte die ersten Rennen der Saison nicht mal am Fernseher („das schmerzt ja noch mehr“), sondern nur im Liveticker. Die nicht gerade für ihre Geduld, sondern eher für ihren Ehrgeiz bekannte Fessel hat die Lehren aus der vergangenen Saison gezogen, in der sie oft körperlich geschwächt war – und doch versuchte, mit aller Gewalt zu starten – auch, um bei den Olympischen Spielen in Südkorea fit zu sein und ihren bis dato größten Erfolg, die Staffel-Bronze-Medaille von Sotschi 2014, zu wiederholen. Doch der Plan misslang: Die Oberstdorferin erlebte in Pyeongchang die vielleicht bittersten Momente ihrer Karriere. Zwei kurzfristige Absagen bei den Einzelstarts, krankheitsbedingter Verzicht auf die Staffel und ein enttäuschender zehnter Platz mit Sandra Ringwald im Teamsprint. Seitdem hat Fessel keinen offiziellen Wettkampf mehr bestritten. Der lange Leidensweg hat ein Umdenken bewirkt: „Ich werde nicht noch einmal den Fehler machen und nicht auf meinen Körper hören“, sagt Fessel und ergänzt: „Deshalb will ich mich diesmal komplett auskurieren.“

Seit August leidet Fessel, die inzwischen mit ihrem Freund Florian Glimsdal Eberspacher in Betzigau bei Kempten wohnt, an einer schmerzhaften Fußsohlen-Entzündung zwischen Ferse und Ballen. Auslöser war, so vermutet Fessel, eine Überbelastung im Training – noch dazu mit einem falschen Joggingschuh. An Konditionseinheiten war fortan nicht mehr zu denken. Sie konnte weder in einen Turn-noch in einen Langlaufschuh schlüpfen. Zusammen mit ihren Trainern wurde ein alternatives Fitnessprogramm ausgearbeitet. Radfahren und Krafttraining für den Oberkörper – das funktionierte. Die meisten Trainingsstunden verbrachte Fessel zuletzt im Hallenbad. „Ich war viel schwimmen und habe Aqua-Jogging gemacht. Das ist zwar etwas komplett anderes, aber bezüglich Atmung und Koordination konnte ich immerhin neue Reize setzen“, sucht und findet Fessel das Positive am Reha-Programm. Hilfe verspricht sich die 35-Jährige auch vom Münchener Physiotherapeuten Fredi Binder, der sich viele Jahre erfolgreich um die lädierten Fußballer des FC Bayern gekümmert hatte. Wann Fessel vollständig genesen sein wird
und in die Loipe zurückkehren kann, steht in den Sternen.

Zwar zeigt sich das langjährige Aushängeschild des deutschen Frauen-Langlaufs optimistisch und kämpferisch, wenn sie sich im Sonthofer Wonnemar beim Aquajogging fotografieren lässt, sie gesteht aber auch, dass sie sich in letzter Zeit vermehrt Gedanken über einen Rücktritt gemacht habe. „Natürlich geht einem das mit 35 immer wieder mal durch den Kopf. Gerade, wenn es überhaupt nicht läuft“, sagt Fessel. Jetzt alles hinzuwerfen, käme für sie aber nicht infrage. „So will ich nicht aufhören“, sagt sie – und hat vermutlich noch die qualvollen Tage von Pyeongchang im Hinterkopf. Fessel, die sich seit Kindesbeinen an dem Langlauf verschrieben hat, 2003 ihren ersten von insgesamt 242 Weltcups und 2005 in ihrer Heimat Oberstdorf ihre erste Nordische Ski-WM absolvierte, hat andere, viel versöhnlichere Vorstellungen von ihrem Karriere-Ende.

WM in Seefeld in weite Ferne gerückt

Da die Ski-WM in Seefeld im kommenden Februar für Fessel in weite Ferne gerückt ist, richtet sich ihr Blick sogar zwei Jahre weiter nach vorn. 2021 findet die WM wieder in Oberstdorf statt. „Das wäre für mich ein großartiger Abschluss“, sagt sie, beweist aber Realitätssinn und weiß, dass es bis dahin auch ein beschwerlicher Weg werden könnte: „Ich bin schon lange im Leistungssport. Das merke ich – sowohl körperlich als auch mental.“

Text: Allgäuer Anzeigeblatt, 14.12.2018

am 03.12.2018

„Wir sind dabei“ versprechen hunderte von Helfern im Oberstdorf-Team

Helferfest 2018

Großes Fest mit über 600 Ehrenamtlichen im Eissportzentrum

„Wir sind dabei“ bekundeten die vielen Ehrenamtlichen, die sich zum traditionellen Helferfest des Oberstdorf-Teams getroffen hatten. Großer Andrang herrschte im Eissportzentrum, wo die freiwilligen Helfer den Mitarbeitern der Skisport- und Veranstaltungs GmbH (SVG) und des Skiclubs Oberstdorf zunächst einmal eine komplette Überraschung bereiteten. Statt der erwarteten 500 Leute waren über 650 gekommen, die sich bei der Einkleidung mit den neuen Helferjacken ausrüsten lassen und anschließend einen gemütlichen Abend zusammen verbringen wollten.

Neben der Kleidung der Firma Schöffel und Handschuhe der Firma Seiz gab es eine Reihe von Geschenken als Dankeschön für großartige Unterstützung in den vergangenen zwölf Monaten. Für den Einsatz bedankte sich der Geschäftsführer der SVG, Florian Stern. Gemeinsam mit Robert Büchel, dem zweiten Geschäftsführer für die Nordische Ski-WM Oberstdorf/Allgäu 2021 GmbH, präsentierte er das neue WM- Logo sowie die Erscheinungsbilder für die Bereiche Langlauf und Skisprung und wies auf die zahlreichen Aufgaben in der kommenden Saison hin. Vor allem in Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2021 seien in allen Ressorts weitere freiwillige Helfer herzlich willkommen, warb er um neue engagierte Kräfte im „Oberstdorf-Team“.

Bevor sich die gesamte Mannschaft jedoch aufmacht zum Einsatz in den neuen Weltcupwinter, stand der gemütliche Teil mit reichlich Essen und Trinken, einem Wettbewerb im Standlschießen und originellen Schnappschüssen mit der Fotobox auf dem Programm. Das imposante Gruppenbild vor dem Transparent, auf dem alle unterschrieben hatten, machte deutlich: Das Oberstdorf-Team ist bereit für den kommenden Winter und für die Nordische Ski-WM 2021.

am 03.12.2018

Oskar Fischer ist jetzt ein Achtziger

Der ehemalige Sportreferent der Gemeinde feierte seinen 80. Geburtstag

Oskar Fischer wohnt zwar im hintersten Winkel von Oberstdorf, tief im Stillachtal. Dennoch ist er in der Marktgemeinde bekannt wie der berühmte bunte Hund. Ihn kennt man einfach. Ob als ehemaliger Lehrer, ob als Wander- und Bergführer, ob als Skilehrer, Gemeinderat oder Sportreferent. Fischer engagiert sich in vielen Vereinen ehrenamtlich, seine große Leidenschaft gehört neben Natur und Bergen dem Sport. Jahrelang leitete er beim Internationalen Ski-Verband das Alpinkomitee. Jetzt feierte Oskar Fischer seinen 80. Geburtstag.
Inzwischen wirkt er bei Weltcups und Weltmeisterschaften eher im Hintergrund. Er ist im Vorfeld für die offizielle Schneekontrolle zuständig und bietet vielen Besuchern der Audi Arena bei seinen Backstage-Touren einen Blick hinter die Kulissen. Auch der Skiclub Oberstdorf reihte sich ein in die Schar der zahlreichen Gratulanten. 2. Vorstand Willi Geiger überbrachte persönlich im Stillachtal die Glückwünsche der gesamten Vorstandschaft.

Text: twß, Allgäuer Anzeigeblatt, 01.12.2018

am 03.12.2018

Katharina Althaus gewinnt Lillehammer-Triple

Skispringerin Katharina Althaus vom SC Oberstdorf hat das Lillehammer-Triple gewonnen.

Die 22-Jährige vom SC Oberstdorf sprang mit 139,5 Metern die Tagesbestweite und verbesserte sich damit vom vierten auf den ersten Platz.
Zweite wurde Ramona Straub. Die 22-Jährige vom SC Oberstdorf siegte im Abschlusswettbewerb der Dreier-Serie und katapultierte sich mit einem überragenden Sprung auf die Tagesbestweite von 139,5 Meter im zweiten Durchgang von Rang vier der Gesamtwertung noch an die Spitze. Ramona Straub als Zweite rundete ein sehr starkes Auftaktwochenende des DSV Teams ab. Carina Vogt (7.) und Julian Seyfarth (8.) sprangen ebenfalls noch in die Top-Ten. "Titel verteidigt und super happy über das Teamergebnis", schrieb Althaus bei Instagram.

Althaus, die bereits die Premiere des Lillehammer-Triple im vergangenen Jahr gewonnen hatte, belohnte sich für ihre konstanten Leistungen auf sehr hohem Niveau zum Saisonstart. Am ersten Wettkampftag hatte sie beim Überraschungssieg von Teamkollegin Juliane Seyfarth Rang vier belegt, diese Platzierung wiederholte sie tags darauf. In der Gesamtwertung profitierte Althaus zudem davon, dass Olympiasiegerin Maren Lundby aus Norwegen, die als Führende in das Finale gestartet war, keinen guten Tag erwischte und nur 22. wurde.

Text: dpa

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